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UBS und Ermotti haben in Asien die Nase vorn

Die UBS distanziert die Konkurrenz klar: Das Schweizer Institut ist in Asien Marktführer bei den verwalteten Vermögen, kann seinen Vorsprung sogar ausbauen. Die CS muss Einbussen verkraften.

Von Marc Iseli
am 07.04.2016

Seit Monaten bläst Credit-Suisse-CEO Tidjane Thiam zur Asien-Offensive. Hier sieht er das Geldparadies. Entsprechend ambitioniert sind seine Zielvorgaben: Die verwalteten Vermögen sollen steigen, der Gewinn verdoppeln.

Jüngste Zahlen zeugen aber vom Gegenteil: Die «Assets under Management», wie die verwalteten Vermögen im Fachjargon genannt werden, sind im letzten Jahr gesunken. Das zeigt ein Report des Fachmagazins «Asian Private Banker». 2014 verwaltete die Credit Suisse 154 Milliarden Dollar, 2015 waren es nur noch 150,6 Milliarden.

Sergio Ermotti hat die Nase vorn

Damit landet die Schweizer Grossbank auf dem dritten Platz in der Region. Den ersten Platz schnappt sich Sergio Ermotti. Mit 274 Milliarden Dollar steht die UBS klar an der Spitze. Julius Bär ist auf Platz fünf – Boris Collardi hat im Vergleich zum Vorjahr also einen Sprung nach vorne gemacht. Sein Institut verwaltet fast 79 Milliarden Dollar.

Die UBS übertrumpft die Credit Suisse auch in Sachen Wachstum: Sergio Ermotti gelang es, die Vermögen um 0,7 Prozent zu steigern, während bei der CS ein Minus von über 2 Prozent steht.

Wachstumskönig aus dem Ländle

Die Performance der UBS nimmt sich noch eindrücklicher aus, wenn man bedenkt, dass 2015 eine fast schon historische Zäsur für das asiatische Banking darstellt. Zum ersten Mal seit Jahren sind die verwalteten Vermögen der 20 grössten Institute geschrumpft. Sie summierten sich 2015 auf 1,47 Billionen Dollar – ein Minus von 4,3 Prozent.

Die Hälfte der grossen Player verbuchte ein Wachstum, die Hälfte schrumpfte. Zu den Verlierern gehört auch die EFG International. Mit dem Zukauf der Tessiner Privatbank BSI dürfte sie das Geschäft mit vermögenden Kunden in Asien aber massiv ausbauen können. Zu den grossen Gewinnern zählt die LGT. Das Institut unter Führung von Prinz Max von und zu Liechtenstein legte in der Region um drei Milliarden zu – ein Anstieg von nahezu 14 Prozent.

UBS als König der Arbeitgeber

Und noch ein letzter Punkt spricht für die Leistung der UBS in Asien: Die Bank hat mehr Vermögen verwaltet, gleichzeitig aber weniger Vermögensverwalter für die Region beschäftigt – 94 Angestellte weniger, um genau zu sein. Die Credit Suisse hingegen hat die entsprechende Abteilung mit 70 Personen extra bestückt – und weniger eingenommen.

Die beiden Schweizer Grossbanken beschäftigen mit Abstand am meisten Vermögensverwalter für Asien. Fast 1100 Personen waren es Ende 2015 bei der UBS, fast 600 bei der Credit Suisse. Bär kommt laut der Statistik auf 270 Personen – Platz 9 im Angestelltenranking.

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