Der Arabische Frühling dauert in Bahrain noch an. Seit dem 14. Februar 2011 kommt es im Königreich am Golf immer wieder zu Demonstrationen gegen das Regime. Keine freie Meinungsäusserung, Folter, null Demokratie - das wollen viele im Land nicht mehr länger tolerieren. Der Aufstand kostete bereits mehrere Tote und Hunderte Verletzte.

Dennoch hält die Formel 1 am Rennen im arabischen Inselstaat fest, das am nächsten Sonntag (21. April) Stattfinden wird. «Nein, nein. Überhaupt nicht», antwortete Rennchef Bernie Ecclestone dieser Tage auf die Frage, ob er je Bedenken gehabt habe, nach Bahrain kommen. «Alle die Berichte, die ich hatte, waren positiv.»

Molotow-Cocktails und Panzer

Die Sponsoren sehen das mitunter anders. Sie wollen nicht unbedingt mit einem sportlichen Ereignis in Verbindung gebracht werden, in dessen nahen Umfeld Molotow-Cocktails geworfen und Panzer gegen die Bevölkerung aufgefahren werden. So liess der Informationskonzern Thomson Reuters sein Logo für dieses Rennen von den Wagen von Williams entfernen.

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Auch die UBS fährt ihr Engagement herunter. «Wie im letzten Jahr veranstalten wir in Bahrain keine Kundenanlässe» sagt eine Sprecherin. Man fokussiere sich in der Region auf das Rennen in Abu Dhabi. «Mit der Marke bleiben wir entlang der Rennstrecke aber präsent.» Rolex dagegen will sich nicht gross zum heiklen Thema äussern. «Die Marke ist an allen Rennen präsent», so eine Sprecherin.