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China
UBS und Zurich nutzen Deregulierung und bauen Präsenz aus

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UBS-CEO Sergio Ermotti schielt nach China. Quelle: Keystone

Die Grossbank UBS und der Versicherer Zurich wollen in den chinesischen Markt investieren und führen Gespräche über Joint Ventures.

Veröffentlicht am 08.01.2018

Die UBS zieht eine Mehrheitsbeteiligung am chinesischen Investmentbanking-Joint-Venture in Betracht. Das sagte Bankchef Sergio Ermotti nach der Ankündigung der Regierung in Peking, die Finanzmärkte weiter zu öffnen. Die vier chinesischen Unternehmen im Venture seien Beijing Guoxiang Asset Management Co., China Guodian Capital, COFCO Group und ein Transportunternehmen aus Guangdong.

Gespräche begonnen

Die UBS habe Gespräche mit den örtlichen Partnern begonnen, 51 Prozent zu übernehmen, sagte Ermotti in einem Interview mit Bloomberg TV am Montag. Die Diskussionen könnten in einigen Monaten abgeschlossen sein.

Gleichzeitig sei die UBS ihrem Plan voraus, die Belegschaft in China innerhalb von fünf Jahren zu verdoppeln. Die Grossbank dürfte Ende des laufenden Jahres 1200 Angestellte in China haben.

Es sei das erste Mal, dass die UBS Gespräche über eine Mehrheitsbeteiligung an ihrem Joint Venture in China bestätigt, berichtet Bloomberg. Laut Ermotti wäre eine Mehrheitsbeteiligung für die UBS allerdings weniger signifikant, weil die Bank bereits heute die Managementkontrolle über das Venture habe.

Strategisch gebe es keine grossen Veränderungen in China, und unabhängig von der Beteiligung sei man auf Kurs, das Geschäft auszubauen. Aber eine umfassendere finanzielle Beteiligung am Geschäft sei durchaus willkommen.

Zurich Versicherung will ebenfalls

Nach der Öffnung von China gegenüber ausländischen Investoren, möchte auch die Zurich Versicherung wieder nach China und plant den Wiedereintritt in den chinesischen Lebensversicherungsmarkt. «Wir wollen in China wachsen, denn schliesslich bietet dieser grosse Markt ein riesiges Geschäftspotential», sagte Jack Howell im Interview mit der Zeitung «South China Morning Post». Howell ist für das Geschäft der Zurich in der Region Asia-Pacific zuständig.

Der Markteintritt im Lebengeschäft soll über ein Joint Venture umgesetzt werden. Die Zurich führe derzeit Gespräche mit potenziellen Partnern, so der Bericht weiter.

Vor Jahren hatte die Gruppe eine 20 Prozent-Beteiligung an der «New China Life Insurance» gehalten, die im Jahr 2013 allerdings verkauft wurde. Im Nichtlebengeschäft ist die Zurich nach wie vor mit der Tochter Zurich General Insurance Company (China) in der Volksrepublik mit verschiedenen Angebote vertreten.

Obergrenze für Investitionen könnte ganz wegfallen

Mit ein Grund für den Wiedereinstieg dürfte die geplante Lockerung der Regulierung bezüglich Auslandsinvestitionen in China sein. Die Regierung kündigte im November des letzten Jahres an, für ausländische Investoren die 50 Prozent-Obergrenze bei Joint Ventures im Lebensversicherungsbereich fallen zu lassen und in drei Jahren zunächst auf 51 Prozent anzuheben. Zwei Jahre später könnte die Obergrenze vollständig wegfallen.

Dies seien ermutigende Aussichten für ausländische Investoren, um am chinesischen Lebensversicherungsmarkt eine aktivere Rolle einzunehmen, so Howell. Für die Zurich bleibe das Ziel aber, den Markt gemeinsam mit einem lokalen Partner zu bearbeiten.

«Als ausländischer Versicherer brauchen wir einen Partner in China, der uns helfen kann, den chinesischen Markt und die chinesischen Konsumenten zu verstehen», sagte Howell im Interview.

Einen Zeitplan für den Aufbau eines Joint Ventures nannte Howell nicht.

(sda/tdr)

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