Die UBS steht wegen Manipulationen im Devisenhandel zusammen mit anderen internationalen Geldhäusern am Pranger. Dieses Kapitel will die Schweizer Grossbank schnellstmöglich schliessen. Laut Medienberichten verhandelt sie derzeit mit dem US-Justizdepartement über einen Vergleich. Sind die Gespräche erfolgreich, wäre die UBS die erste Bank mit einem Vergleich in den USA. Für Rechtsstreitigkeiten hat die UBS mehrere Milliarden Franken zurückgestellt.

Auch intern reagiert die Bank auf Betrügereien im Devisenhandel und nimmt ihre Händler vermehrt an die kurze Leine. Einige Mitarbeiter dürften nur noch im Ausnahmefall persönliche Währungsgeschäfte während der Arbeit tätigen, schreibt das «Wall Street Journal Deutschland» und beruft sich auf mit der Sache vertraute Personen.

Keine Mobiltelefone in den Handelsräumen

Das war vor kurzem noch ganz anders. Laut ehemaligen Mitarbeitern hätten Währungshüter vorher die Freiheit gehabt, neben regulären Kundenaufträgen auch persönliche Devisendeals abzuwickeln. Mit dieser Konzernpolitik stand die UBS  aber weitgehend alleine da. Andere Grossbanken hätten ihren Händlern solche umstrittenen Geschäfte schon vor Jahren weitgehend verboten, schreibt das «Wall Street Journal» weiter.

Mit den neuen Regeln dürften die Händler nur noch dann persönliche Geschäfte ausführen, wenn die Vorgesetzten und die Rechtsabteilung grünes Licht geben würden. Zudem müssten die Deals von speziell autorisierten Brokern ausgeführt werden. Um die Kontrolle ihrer Händler zu verschärfen, hat die UBS auch die Nutzung von Mobiltelefonen in ihren Handelsräumen verboten.

Währungen für die eigenen Ferien

Im Falle der Betrügereien bei Devisengeschäften gingen die unterdessen entlassenen Händler dreist vor. Persönliche Währungstransaktionen wurden häufig kurz vor oder nach grossen kursbewegenden Kunden-Aufträgen platziert, schreibt das «Wall Street Journal» mit Verweis auf Aussagen ehemaliger Mitarbeiter. Händler hätten dann blitzschnell eine Währung gekauft oder verkauft. Die Positionen seien oft nur kurz gehalten worden. Manchmal nicht einmal eine Stunde.

Mit solchen Transaktionen konnten die Händler in ihre eigene Tasche wirtschaften. Devisen konnten billig gekauft oder mit Gewinn abgestossen werden. Dies war vor allem dann praktisch, wenn ein Urlaub im Ausland anstand und der Händler die entsprechende Landeswährung benötigte. Solche private Handelsgeschäfte sind für eine Bank heikel. Pikant: Da Währungen keine Wertpapiere sind, unterliegen sie nicht den Insider-Handelsregeln der Banken.

Mehrere persönliche Konten offen

Bei ihren Geschäften hatten die Händler mehr oder weniger freie Bahn. Zwar habe die UBS laut ehemaligen Mitarbeitern die Zahl der Devisendeals pro Mitarbeiter begrenzt und die Mindesthaltedauer für die Währungspositionen festgehalten, so das «Wall Street Journal». Doch über ihre Arbeitstelefone hätten die Händler unbegrenzt persönliche Geschäfte tätigen können. Dabei hätten einige Mitarbeiter gleich mehrere persönliche Konten offen gehabt.

(dbe)