1. Home
  2. Unternehmen
  3. UBS verlangt Strafzins von minus drei Prozent

Rekordverdächtig
UBS verlangt Strafzins von minus drei Prozent

Sergio Ermotti: Seine Bank verlangt horrende Gebühren. Keystone

Die UBS belegt Versicherer und Pensionskassen teilweise mit einem Strafzins von bis zu drei Prozent. Schuld ist nicht nur die SNB. Das Regelwerk Basel III nötigt die Bank dazu.

Veröffentlicht am 14.06.2015

Versicherungen und Pensionskassen, die bei der UBS hohe Bargeldbestände deponieren, werden neu mit minus drei Prozent Zins belastet. Die UBS nennt diesen Strafzins «Guthabengebühr». Er liegt weit über den 0,75 Prozent, welche die Nationalbank den Geschäftsbanken für Einlagen verrechnet.

Versicherungen und Pensionskassen sind verärgert. Der Präsident des Pensionskassenverbandes Asip, Hanspeter Konrad, redet gegenüber der «NZZ am Sonntag» gar von einem «Skandal». «Banken, die so handeln, bedienen sich schamlos auf dem Buckel der Pensionskassen und ihrer Versicherten», sagt er der Zeitung. Es dürfe nicht sein, dass Banken auf Kosten der Pensionskassen ein Geschäft mit der überhöhten Weitergabe der negativen Zinsen machen.

Nicht nur SNB ist schuld

Die Pressestelle der UBS verteidigt die prohibitive Negativverzinsung als Vorsichtsmassnahme. Sprecherin Karin Aquilino umschreibt das gegenüber der «NZZ am Sonntag» so: «Die ausserordentlichen Marktbedingungen in Kombination mit verschärften regulatorischen Vorschriften in Bezug auf die Liquiditätshaltungspflicht von Banken haben uns veranlasst, eine individuelle Guthabengebühr für grosse Kontobestände von Firmen und institutionellen Kunden einzuführen.»

Ursache ist also nicht nur das Negativzins-Regime der SNB, sondern auch die Regulierung durch Basel III. Weil Kundeneinlagen institutioneller Anleger wie Pensionskassen höheren Liquiditätsanforderungen unterstehen, schraubt die Grossbank an den Zinsen.

Leidtragenden sind die Versicherten

Nicht nur die UBS steht aber in der Kritik. «Wir beobachten grundsätzlich, dass bei den meisten Instituten die Negativzinsen noch negativer werden und/oder die Freigrenzen gesenkt werden», sagt Stefan Beiner, bei der Pensionskasse Publica verantwortlich für 40 Milliarden Franken Vermögen.

Beiner hält es für stossend, wenn Banken mehr als die übliche Marge von 0,25 Prozent auf den negativen Satz der SNB schlagen. Gemessen daran wäre –1 Prozent das Ende der Fahnenstange. Die Leidtragenden seien die Versicherten, welche die Rechnung letztlich begleichen müssten, erklärt Sven Rump, Anlagechef der Mobiliar.

(ise)

Anzeige