Die UBS Schweiz hat wegen der Rekordtiefen Zinsen Milliarden verloren. «Zwischen 2008 und 2012 sind uns im Schweizer Geschäft auf den Bankeinlagen Zinseträge von fast einer Milliarde Franken weggeschmolzen», sagte UBS-Schweiz-Chef Lukas Gähwiler im Interview mit der «Sonntags Zeitung».

«Ich bin kein Freund von zu tiefen Zinsen», sagte er. Die Sparer würden darunter leiden. Auch die AHV und die Pensionskassen könnten nicht mehr die Renditen erzielen, die für den langjährigen Fortbestand der Sozialsysteme nötig seien.

Ein Zinsniveau von zwei bis fünf Prozent hält Gähwiler für «vorteilhafter». Derzeit deute aber nichts auf eine baldige Zinswende hin. «Aus langjähriger Erfahrung sage ich allerdings, dass das rein gar nichts heisst. Ich könnte mir vorstellen, dass die Wende für alle überraschend kommt», sagte der UBS-Schweiz-Chef.

Den Einfluss auf den Immobilien- und Hypothekenmarkt will er nicht überbewerten. «Man muss den Markt im Auge behalten», sagte er. Was das selbst bewohnte Wohneigentum betrifft, sei er im Moment aber nicht beunruhigt.

Zudem könne die UBS Schweiz - trotz eines Privat-Hypotheken-Portfolios von rund 100 Milliarden Franken - eine Immobilienkrise finanziell verkraften. Das Portfolio sei breit diversifiziert und konservativ geführt, erklärt Gähwiler.

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Auch sonst sei die UBS Schweiz erfolgreich unterwegs - in allen Bereichen. Die Bank trage mit einem jährlichen Bruttogewinn von 3 Milliarden Franken «kontinuierlich und stabil» zum Konzernergebnis bei. Zudem habe die UBS Schweiz 2012 so viele neue Kundengelder wie noch nie seit der Fusion von Bankverein und Bankgesellschaft akquiriert, hält Gähwiler fest.