UBS-Verwaltungsratspräsident Villiger und CEO Grübel haben das Forum in der Basler St. Jakobshalle genutzt, um ausführlich ihre Argumente auszubreiten. Ihre Kritik an der Too-big-to-fail-Vorlage sei "vielen Kommentatoren in den falschen Hals geraten", sagte Villiger.

Dem Vorwurf, es sei nicht an der UBS, auf Mängel hinzuweisen, da ja sie den Schlamassel verursacht habe, trat er indes entgegen. So habe nicht die heutige UBS-Führung die Krise verursacht. Und es zeichne sich eine Grossbankenregulierung ab, deren Konsequenzen für den Finanzplatz Schweiz unterschätzt würden.

Die UBS stehe zu einer leistungsfähigen Finanzmarktaufsicht und zu Mechanismen, die erlaubten, dass systemkritische Funktionen im Krisenfall erhalten blieben und auch eine Grossbank Konkurs gehen könnte. Die UBS akzeptiere auch, dass man Grossbanken besser als im Ausland kapitalisiert haben wolle.

Doch die Bank fühle sich verpflichtet, auf die Folgen eines Schweizer Alleingangs für die Konkurrenzfähigkeit der UBS hinzuweisen. Es sei "nicht einzusehen, warum die Schweiz gesetzgeberisch vorpreschen muss, bevor sich abzeichnet, was international wirklich geschieht".

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Standort Schweiz der liebste

Die UBS drohe dabei nicht mit Wegzug, und der Standort Schweiz sei ihr "der liebste", hielt Villiger fest. Aber man könne nicht Kredite verteuern und viele Geschäfte unrentabel machen, ohne dass man dies irgendwo spüre.

Grübel hieb in die gleiche Kerbe: Höhere Kapitalanforderungen seien "sinnvoll und notwendig" und dürften in der Schweiz "durchaus etwas strenger sein als in anderen Ländern". Doch es sei wichtig, die Auswirkungen auf Finanz- und Werkplatz "umfassend zu analysieren, bevor die Gesetzgebung in Stein gemeisselt wird".

Die Grossbanken seien die tragenden Säulen des Finanzplatzes, und dieser sei der wichtigste Treiber für den Wohlstand in der Schweiz. Wenn die Schweiz im Alleingang die Grossbanken unverhältnismässig belaste, könnte ein Teil des Wohlstands auf dem Spiel stehen, sagte Grübel.

Abstimmungergebnisse mit 97 Prozent und mehr

Bei den traktandierten Geschäften folgten die Aktionäre samt und sonders den Anträgen des Verwaltungsrats. Opposition zeigte sich beim Vergütungsbericht, der aber in der Konsultativabstimmung mit 64,4 Prozent der abgegebenen Aktienstimmen deutlicher bestätigt wurde als letztes Jahr.

In der Debatte hatten einige Kleinaktionäre ihrem Unmut über hohe Boni, Dividendenverzicht und das Ausbleiben von Klagen nach der letztjährigen Déchargeverweigerung für das Jahr 2007 Luft gemacht. Nein-Empfehlungen kamen auch von Aktionärsvertretern.

Die Déchargeerteilung an Verwaltungsrat und Konzernleitung erfolgte mit 97,8 Prozent der abgegebenen Stimmen. Den Dividendenverzicht für 2010 genehmigten die Aktionäre mit 98,5 Prozent, die Jahresrechnung und den Jahresbericht zudem mit 99,2 Prozent. Neu in den Verwaltungsrat gewählt wurde Joseph Yam aus Hongkong.

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Zur UBS-Generalversammlung eingefunden hatten sich 25077 Aktionäre, die gemeinsam 58,5 Prozent der stimmberechtigten Aktien vertraten.

(tno/sda)