Als Oswald Grübel dem UBS-Verwaltungsrat in Singapur seinen Rücktritt bekannt gab, wollte das oberste Führungsgremium der Bank ihn dazu bewegen, nicht sofort zu gehen. Dies sagte Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger an einer Telefonkonferenz am Samstag.

Für Grübel wäre ein Rücktritt erst nach der Generalversammlung im nächsten Frühling aber ein zu wenig starkes Zeichen gewesen, erklärte Villiger weiter. Er zeigte sich zudem überzeugt, dass Sergio Ermotti und sein Team die UBS erfolgreich durch die turbulenten Zeiten führen könne.

Ermotti sei zudem aussichtsreicher Kandidat für die definitive Nachfolge von Oswald Grübel an der Konzernspitze. Der Verwaltungsrat habe den Auswahlprozess für den neuen Konzernchef bereits in die Wege geleitet. In die Suche eingebunden ist laut Villiger auch Axel Weber, der 2013 das Verwaltungsratspräsidium der UBS übernehmen soll.

Kaspar Villiger stellte sich an der Telefonkonferenz zudem hinter Karsten Kengeter, den Chef der Investmentbank der UBS. Kengeter und sein Team habe hervorragende Arbeit geleistet bei der Bewältigung der Krise. Villiger wies dabei darauf hin, wie schnell die Verlustpositionen des betrügerisch tätigen Händlers geschlossen worden seien.

Keine Abgangsentschädigung

Oswald Grübel wird keine Abgangsentschädigung erhalten. Grübel verlasse die Bank auf eigenen Wunsch und erhalte während sechs Monaten weiterhin sein Salär, sagte Villiger. Innerhalb der UBS wird Grübel keine Aufgaben mehr haben.

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