Der neue UBS-Präsident Axel Weber hat sich die Kritik von Aktionären an der Bonus-Politik der grössten Schweizer Bank offensichtlich zu Herzen genommen. Er will die Manager-Boni demnach besser austarieren.

Er habe einen Dialog eingeleitet mit dem Ziel, die Bezahlung der Manager und den Nutzen der Aktionäre in ein Verhältnis zu bringen, das von den Anteilseignern der Bank als fair betrachtet werde, sagte Weber am Donnerstag auf einer Wirtschaftskonferenz in London. «Vom ersten Tag an habe ich einen breit angelegten Prozess mit Aktionären und unseren Angestellten begonnen», sagte er.

Ziel sei ein Modell, das die Interessen der Angestellten und der Aktionäre auf eine fairere Art und Weise ausbalanciere. Auf der UBS-Generalversammlung in der vergangenen Woche hatten Aktionäre die Boni der Manager scharf kritisiert und der Vergütungsbericht der Bank fand weniger Zustimmung als im Jahr davor. In einer Konsultativ-Abstimmung sank der Anteil der Ja-Stimmen auf 60 Prozent von 64 Prozent im Vorjahr.

Weber: Wurzel der Euro-Krise noch nicht angegangen

In seiner Rede in London warnte Weber davor, dass Banken bei der Beschaffung von Eigenkapital Probleme haben könnten und als einziger Ausweg ein Verkauf von Bilanz-Aktiva bleibe. Das sogenannte Deleveraging sei wahrscheinlich die einzige gangbare Alternative, sagte er. Die UBS selbst komme mit ihren Kapitalplänen gut voran, sagte Weber.

Die grundlegenden Probleme der Eurozone seien noch nicht angegangen worden, sagte er weiter. Er rechne nicht damit, dass Griechenland aus der Eurozone ausscheide. Die Lage der spanischen Wirtschaft und der spanischen Banken berge aber ein grosses Ansteckungsrisiko für Italien und den Rest der Eurozone. Auch der deutsche Bankensektor sei nicht immun. Auf die Probleme mit einer Erhöhung der Staatsausgaben zu reagieren, sei ein «Giftbecher» und «ein Rezept für ein Desaster und nicht für eine Lösung».