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UBS zahlt Milliarden-Busse - bis zu 40 Mitarbeiter müssen gehen

Die UBS wird unter anderem von der Finma abgestraft. (Bild: Keystone)

Die UBS muss für Libor-Manipulationen bluten: Diversen Aufsichtsbehörden zahlt die Grossbank eine Busse in Milliardenhöhe. Darüber hinaus hat der Fall auch bankinterne Folgen.

Veröffentlicht am 19.12.2012

Die Grossbank UBS wird im sogenannten Libor-Fall eine Zahlung von insgesamt 1,4 Milliarden Franken an Geldstrafen und Gewinnherausgaben leisten. Sie habe sich mit dem US-Justizministerium (DoJ) und der US Commodity Futures Trading Commission (CFTC) auf Vergleiche geeinigt.

Im Hinblick auf die Untersuchungen der britischen Financial Services Authority (FSA) sei ebenfalls eine Einigung zustande gekommen, teilte die Grossbank mit. Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) hat ihrerseits eine Verfügung erlassen.

Laut den UBS-Angaben hat die Bank eine Zahlung von Geldbussen im Gesamtbetrag von 1,2 Milliarden Franken an das DoJ und die CFTC genehmigt. Separate Ankündigungen dieser beiden Behörden werden im späteren Tagesverlauf erwartet. Diese Gelder würden gemäss einem definierten Zeitplan ausbezahlt.

Konspirative Absprachen

Zudem wird die UBS eine Geldbusse von 160 Millionen Pfund an die FSA bezahlen und 59 Millionen Franken an die Finma entrichten, was einer Herausgabe des schätzungsweise erzielten Gewinns entspreche, wie es heisst.

Im Vergleich mit den US-Behörden gesteht die Bank unter anderem ein, dass bestimmte Mitarbeitende der Bank am Versuch beteiligt gewesen seien, die Eingaben für bestimmte Referenzzinssätze zugunsten von Handelspositionen zu manipulieren.

Zudem hätten gewisse Mitarbeitende der Bank mit Angestellten anderer Banken und Cash-Brokern konspirative Absprachen getroffen, um bestimmte Referenzzinssätze zugunsten ihrer Handelspositionen zu beeinflussen.

Und gewisse Mitarbeitende hätten den für das Einreichen von Libor-Daten zuständigen UBS-Stellen unangemessene Anweisungen erteilt, teilweise motiviert durch den Wunsch, eine unfaire und negative Markt- und Medieneinschätzung während der Finanzkrise zu vermeiden, so die Mitteilung.

Massnahmen gegen 30 bis 40 Mitarbeiter

Die Verhaltensweisen, die durch die Vergleiche abgedeckt sind, beinhalten laut Mitteilung den Yen-Libor, GBP-Libor, CHF-Libor, EUR-Libor, USD-Libor, Euribor und Euroyen-Tibor, wobei sich Art und Umfang des fraglichen Verhaltens je nach Währung stark unterscheiden.

Konzernchef Sergio Ermotti wird in der Mitteilung folgendermassen zitiert: «Im Verlauf der Untersuchungen haben wir ein inakzeptables Verhalten von gewissen Mitarbeitenden festgestellt. Dieses Fehlverhalten entspricht nicht den Werten von UBS oder den hohen ethischen Standards, die wir von allen Mitarbeitenden erwarten. Wir haben vollumfänglich mit den Behörden kooperiert sowie entschlossene und geeignete Massnahmen ergriffen, um die Probleme zu beheben sowie unsere Kontrollprozesse und- verfahren zu verstärken.»

Ausserdem sagte Ermotti, dass die UBS disziplinarische Massnahmen ergriffen habe und zwischen 30 bis 40 Mitarbeiter die Bank verlassen haben oder noch verlassen müssen.  Nichtsdestotrotz erstaunt, dass Ermotti nicht kommentieren wollte, ob die Busse in seinen Augen gerechtfertigt sei. 

Hoher Quartalsverlust erwartet

Der Londoner Interbankenzins (Libor) wird einmal täglich ermittelt und zeigt an, zu welchen Konditionen sich die Institute einander Geld leihen. Er basiert auf individuellen Angaben der Banken und dient als Referenz für Kredite an Unternehmen, Privatpersonen und weitere Finanztransaktionen in einem Volumen von 360 Billionen US-Dollar.

Der Libor-Vergleich sowie Restrukturierungskosten ziehen die UBS im vierten Quartal 2012 derweil tief in die roten Zahlen. Die Grossbank rechnet nun mit einem Reinverlust von ungefähr 2,0 bis 2,5 Milliarden Franken, wie die UBS anlässlich der Bekanntgabe des Libor-Vergleichs mitteilte.

(muv/rcv/tno/aho/sda/awp)

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