Im Herbst 2011 gab die Bundesanwaltschaft bekannt, gegen sieben Personen aus dem früheren Management des tschechischen Kohlekonzerns Mostecka Uhelna Spolecnost (MUS) und deren Umfeld Anklage zu erheben. Laut einem Bericht der NZZ liegt nun die nachgebesserte Anklageschrift auf 323 Seiten vor.

Es geht um Kohle, Veruntreuung, Geldwäscherei und Schmiergeld. Bei den sieben Angeklagten handelt es sich laut der Zeitung um einen tschechisch-schweizerischen Doppelbürger, fünf Tschechen und einen Belgier. Fünf von ihnen sassen um die Jahrtausendwende entweder im Verwaltungsrat oder im Überwachungskomitee des Kohlekonzerns MUS (heute Czech Coal). 

Tarnfirmen in zehn Ländern involviert

Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass sich die MUS-Topmanager den gesamten Konzern angeeignet und finanziell ausgenommen haben. Dutzende von Tarnfirmen in rund zehn Ländern sind involviert. Sechs Jahre hat die Bundesanwaltschaft gebraucht, um das Geflecht der Finanzströme zu entwirren. Ihr Zentrum liegt laut Bundesanwaltschaft in Freiburg und in Zug. 

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Von den geschätzten 1,2 Milliarden Franken Deliktsumme konnten offenbar noch 661 Millionen Franken sichergestellt werden, die auf über hundert Konten bei Schweizer Banken verteilt sind. Die Bundesanwaltschaft beantragt vom Bundesstrafgericht, die Gelder zu konfiszieren. Wann der Strafprozess stattfinden wird, steht bislang noch nicht fest.

(aho/muv)