Mit der Börsenkorrektur haben auch die Titel in der Medizinaltechnologie gelitten. Die Wirtschaftskrise sorgt zudem dafür, dass im Gesundheitswesen gespart wird. Für Branchenexperte Jan Wald zeichnet sich ein klarer Trend ab: Weniger Geld fliesst zu den Start-up-Unternehmen. Das bremst die Forschungsaktivitäten und gestaltet das Stockpicking bei Venture-Firmen wesentlich schwieriger. Künftig haben jene Gesellschaften die Nase vorne, die mit Innovationen im Überwachungssektor punkten können. Ein Beispiel dafür ist in der Kardiologie etwa ein Infrarotgerät, das Arterienverengungen frühzeitig erkennbar macht. Mit solchen Hilfsmitteln kann der Arzt exakt ermitteln, wo er die Stents einsetzen muss.

Medizinische Commodities

Demgegenüber werden Herzschrittmacher und Defibrillatoren (implantierbare Geräte gegen Herzrhythmusstörungen) immer mehr zu medizinischen Commodities, bei denen letztlich der Preis über den wirtschaftlichen Erfolg für ein Unternehmen entscheidet. Die Kardiologie gilt nach den Geräten und Instrumenten zur Ausrüstung von Spitälern weltweit als zweitgrösster Umsatztreiber. An dritter Stelle folgt der Orthopädiesektor, mit einem Schwergewicht im Bereich der Hüft- und Knieimplantate. Ein hohes Wachstum weisen auch die Produkte für die Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule auf. Die Schweizer Medtechfirma Synthes hat sich in diesem Anwendungsgebiet eine führende Stellung erobert.

Spitze in Nischenmärkten

Die in unserem Land stark verbreiteten Gesellschaften im Dentalgeschäft und bei den Hörgeräten (Nobel Biocare, Straumann, Sonova) erbingen knapp 2% des globalen Medtechumsatzes. Diese vergleichsweise jungen Firmen haben sich in ihren Feldern an der Spitze etabliert. Im langfristigen Trend werden sie von der Überalterung in den Industrieländern profitieren. Zudem wächst in den Schwellenländern eine Mittelschicht heran, die für eine ständig höhere Nachfrage nach medizinischen Geräten und Instrumenten sorgt.

Anzeige