Die leider immer wieder vorkommenden Übergriffe auf Nutzfahrzeug-Chauffeure und deren Ladungen kosten die Transportunternehmen in der EU jedes Jahr mehrere Milliarden Euro. Der Nutzfahrzeughersteller Volvo Trucks und das Sicherheitsunternehmen Securitas führen nun ein neues Sicherheitssystem ein, um das Risiko von Überfällen, Entführungen und anderen Bedrohungen zu minimieren.

Europas Strassen sind gefährlich für Lastwagenfahrer und die von ihnen transportierten Waren. Dies wurde durch mehrere aktuelle Studien belegt. Jährlich werden etwa 200000 gewerbliche Fahrzeuge im Wert von mehr als 7 Mrd Euro gestohlen. Das ist das Ergebnis einer 2007 im Auftrag des Europäischen Parlaments erstellten Studie. Zur selben Zeit hat eine Studie der IRU (International Road Transport Union) ergeben, dass jeder sechste Lastwagenfahrer während der letzten fünf Jahre Opfer eines Überfalls wurde. Mehr als ein Drittel der Fahrer wurde mehrmals überfallen. Bei etwa 60% dieser Überfälle ging es um das Fahrzeug oder die Ladung, während in 40% der Fälle die Fahrer oder deren persönliches Eigentum das Ziel waren. Etwas über 40% der Überfälle fanden auf Lastwagen-Parkplätzen statt.

«Diese Überfälle gefährden die persönliche Sicherheit der Lkw-Fahrer. Ausserdem stellen sie eine Bedrohung für die Transportunternehmen dar, die ihren Kunden gegenüber die Verantwortung für den oft immensen finanziellen Wert der transportierten Güter tragen. Letzten Endes leiden auch die Endkunden unter den Verzögerungen, die durch den Verlust von Waren entstehen», erklärt Per-Anders Grösfjeld, Marketingleiter für Transportinformationssysteme bei Volvo Trucks.

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Volvo Trucks und Securitas sind ein Joint Venture eingegangen, um die Arbeit der Berufschauffeure sicherer zu machen und die Ladungen vor Diebstahl zu schützen. Das gemeinsam angebotene Sicherheitskonzept basiert auf Dynafleet, dem bereits bestehenden Transportinformationssystem von Volvo. Der Hersteller steht hinter der technologischen Entwicklung, während Securitas den eigentlichen Betrieb des Systems übernimmt. Das neue Konzept «Sicherheitsservice» kommt nun auf den Markt. In Notsituationen kann der Fahrer einen Alarmknopf im Inneren des Fahrerhauses betätigen. Ein Signal wird an die Notrufzentrale von Securitas übermittelt, die daraufhin das Transportunternehmen oder eine örtliche Polizeibehörde informiert. Die Fahrer können auch per Mobiltelefon unmittelbar Kontakt zur Notrufzentrale aufnehmen.

Gemeinsame Konzepte

«Wir arbeiten bereits seit geraumer Zeit in verschiedenen Ländern erfolgreich mit ähnlichen Verkehrssicherheitskonzepten», so Lucien Meeus (TBD), Präsident von Securitas Alert Services. «Der Bedarf an Diensten dieser Art steigt, und wir arbeiten daran, in Zukunft einen noch besseren Schutz gegen Diebstahl zu bieten. Im Moment entwickeln wir Systeme, mit denen sich die Motoren gestohlener Lastwagen ferngesteuert stilllegen lassen, oder die Zugmaschine und der Anhänger blockiert werden können. Das Zusammenwirken dieser Dienste erschwert den Diebstahl von Fahrzeugen», erläutert Per Adamsson, Director Product Strategy and Planning von Volvo Trucks.