Nach der vereitelten Machtübernahme des Schweizer Bauchemiekonzerns Sika durch den französischen Rivalen Saint-Gobain leitet die Sika-Gründerfamilie Burkard weitere rechtliche Schritte in die Wege. Die Schenker-Winkler-Holding der Familie fechte Beschlüsse der ausserordentlichen Generalversammlung von Ende Juli an, teilte Sika mit.

Konkret geht es dabei um die Neubesetzung des Verwaltungsrats: Die Gründerfamilie wollte Mitglieder auswechseln, um die Mehrheit in dem Gremium zu übernehmen und damit den Weg für die Übernahme durch Saint-Gobain frei zu machen. Die Aktionäre stimmten jedoch gegen eine Neubesetzung des Verwaltungsrates. Die Ablehnung kam allerdings nur zustande, weil Sika die Stimmrechte der Familie eingeschränkt hatte.

Kniff schon einmal angewandt

Bereits im April hatte das Unternehmen auf einer Aktionärsversammlung denselben Kniff angewandt. Auch diesen Entscheid hatten die Burkards angefochten. Das Unternehmen selbst rechnet weiterhin mit einem Gerichtsentscheid bis zum Ende des ersten Halbjahres 2016, wie eine Sprecherin sagte. Der Bauchemiekonzern erklärte, eine Übernahme durch Saint-Gobain sei weiterhin nicht im Interesse der Sika.

(reuters/dbe)

Anzeige