Zu den Vorteilen einer Firmenübernahme zählt etwa die Nutzung von bestehendem Know-how und funktionierenden Vertriebskanälen vom ersten Tag an. Unter Umständen kann auch der frühere Eigentümer über einen beschränkten Zeitraum mit Rat und Tat zur Seite stehen und die Bindung des Kundenstamms erleichtern.

Nach Schätzungen stehen rund 77000 Schweizer Unternehmer vor der Herausforderung, die Nachfolge und Fortdauer ihres Betriebs zu regeln. Die Möglichkeiten, ein passendes Objekt zu finden, sind also gross. Ob Neugründung oder Übernahme - an erster Stelle steht auf privater wie unternehmerischer Ebene eine umfassende Planung aller relevanten Aspekte.

Engpass Kapital entschärfen

Bei einer Neugründung stellt die Kapitalbeschaffung oftmals die schwierigste Aufgabe dar. Der Aufbau der Infrastruktur, die Personalsuche, die Standortwahl und die Markteroberung sind kapital- und zeitintensiv. Banken sind bei der Vergabe von ungesicherten Krediten zurückhaltend. Von einer Geschäftsidee überzeugte Privatinvestoren oder Private-Equity-Firmen können eine Finanzierungslücke durch eine direkte Beteiligung am Unternehmen oder durch Mezzanine-Kapital decken. Solche Investoren sind jedoch schwer zu finden und die Finanzierungskosten hoch.

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Der Engpass Kapital kann mit der Übernahme einer bestehenden Firma entschärft werden, da hier der Verkäufer nicht selten bereit ist, die Bezahlung mindestens eines Teils des Kaufpreises aufzuschieben. Dieser Teil kann in der Folge aus dem erwirtschafteten Ertrag des Unternehmens ratenweise beglichen werden, wobei hier auf Verkäufer- wie Käuferseite auch der Steueraspekt beachtet werden muss. So kann es für den Käufer von Vorteil sein, den Kauf über eine selbst beherrschte Holdinggesellschaft abzuwickeln. Der Verkäufer muss Steuerfallen wie die indirekte Teilliquidation beachten. Dabei handelt es sich um den Fall des Verkaufs einer Kapitalgesellschaft mit viel angesammelter Liquidität aus dem Privatvermögen des Verkäufers in das Geschäftsvermögen des Käufers. Der Fiskus qualifiziert in solchen Fällen den bei Privatpersonen im Grundsatz steuerfreien Kaufpreis in steuerbaren Vermögensertrag um, wie wenn die überschüssige Liquidität vor Verkauf als Dividende ausschüttet worden wäre.

Dem Kauf einer Firma sollte eine sorgfältige Prüfung auf juristischer, steuerlicher, organisatorischer, betriebswirtschaftlicher und buchhalterischer Ebene vorausgehen - zumeist mit Unterstützung von Experten. Dann steht einer erfolgreichen Transaktion nichts im Wege.