Die grossen Softwareanbieter SAP, Microsoft und Sage spüren in der Schweiz wenig von der Krise. «Die Profitabilität von SAP Schweiz ist angesichts der wirtschaftlichen Grosswetterlage gut», sagt Hakan Yüksel, Managing Director von SAP Schweiz zum aktuellen Geschäftsgang. Die schwierige Situation der Weltwirtschaft spiegle sich derzeit vor allem im Bereich der Prozessoptimierung bei SAP selber wieder. «Aber im strategischen Bereich Forschung und Entwicklung wurde und wird das Budget hingegen in absehbarer Zeit nicht angepasst - wir setzen voll und ganz auf Innovation und Kreativität», sagt Yüksel.

Oracle, in der Schweiz bei Datenbanken ein Riese, bei Unternehmenssoftware hingegen ein Zwerg, befindet sich derzeit in der «Quiet Period» vor dem Quartalsabschluss und machte keine Angaben zum laufenden Geschäftsgang.

Mehr Einblicke gibt Microsoft. «Bei uns laufen die Virtualisierungslösungen sehr gut. Die Nachfrage nach unserem Software- und Servicesangebot wächst zunehmend», sagt Peter Waser, Chef von Microsoft in der Schweiz. «Für Windows 7 ist das Interesse sehr gross, das Gleiche gilt für die Unified-Communications-Lösungen, die wir ja sogar in der Schweiz entwickeln.» Auch Windows Mobile läuft mit einem Plus von über 40% gut.

Launches bringen Zuversicht

Laut Waser ist in der Schweiz das noch junge Geschäftsjahr - Microsoft schliesst die Bücher Ende Juni - beim Unternehmen sehr positiv angelaufen. «Microsoft hat ein Launchjahr vor sich», sagt Waser. Es kommen das PC- und Notebook-Betriebssystem Windows 7, Windows Mobile 6.5 für Smartphones, Office 2010 und weitere Produkte auf den Markt. «Von diesen Launches wird unser ganzes Partner-Ökosystem profitieren. Wir rechnen mit einem deutlichen positiven Impuls auf die gesamte ICT-Branche», sagt Waser (siehe Nachgefragt Seite 55).

Anzeige

Bei Sage ist die Stimmung weniger optimistisch. «Wir beobachten derzeit, dass sich die Kunden mit Neuinvestitionen im Bereich Business-Software sehr zurückhalten», sagt Jean-Jacques Suter, CEO von Sage Schweiz. Zu Sage zählen auch die bekannten ERP-Anbieter ProConcept und Simultan.

«Den grössten Bedarf bei KMU-Kunden sehen wir darin, mehr aus bestehenden Systemen herauszuholen», sagt Suter. «Meist gelingt das, indem die Unternehmensprozesse in einem integrierten ERP-System durchgängig abgebildet werden», sagt Suter, «und dazu gehört auch eine detaillierte Kostenanalyse. Dieser Bedarf hält auch 2010 sicher noch weiter an», so der CEO von Sage Schweiz.