Das Parlament in Bern hat in der Wintersession die Fördermittel für den Immobilienbereich beträchtlich aufgestockt. Dafür ausschlaggebend waren die düsteren Konjunkturaussichten und die Verpflichtung zur Reduktion des CO2-Ausstosses. Für die Wohnraumförderung sind 50 statt 5 Mio Fr. und für die Bundesbeiträge an das Programm Energie Schweiz 100 statt 14 Mio Fr. im Budget 2009 bewilligt worden. Seit längerem sind weitere Fördermassnahmen in Diskussion. Für Investoren, Gebäudeeigentümer und Hausbesitzer ist der Überblick über die bereits bestehenden, neu beschlossenen oder erst diskutierten Massnahmen nicht einfach. Welche Fördermittel heute beansprucht werden können und welche allenfalls in naher Zukunft dazukommen - dies zeigt die folgende Auflistung:

Beiträge für wärmetechnische Verbesserungen von der Stiftung Klimarappen Die Stiftung Klimarappen richtet für wärmetechnische Verbesserungen Beiträge aus. Wer mindestens zwei Gebäudeteile erneuert, beispielsweise die alten Fenster ersetzt und eine Wärmedämmung des Daches vornimmt, und zu diesem Zweck mindestens 20000 Fr. investiert, kann finanzielle Unterstützung beanspruchen. Deren Umfang richtet sich nach der Fläche der entsprechenden Gebäudeteile. Je umfassender die Erneuerung und je höher der erreichte Energiestandard, umso höher fallen die Beiträge aus (siehe Kasten).

A-fonds-perdu-Beiträge aus dem Programm Energie Schweiz Im Programm Energie Schweiz arbeiten Bund, Kantone, Gemeinden und Organisationen der Wirt-schaft zusammen. Ziel ist die Verbesserung der Energieeffizienz und die grössere Verbreitung erneuerbarer Energien. Über 20 Kantone betreiben Programme im Gebäudebereich und stellen ergänzend zum Bundesbeitrag Mittel bereit. Förderungsberechtigt sind Massnahmen, die in energetischer Hinsicht über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgehen und nicht amortisierbare Mehrkosten umfassen. Weil den Kantonen bei der Wahl der Förderungsgegenstände und der Beitragshöhe beträchtliche Spielräume zustehen, ist die Förderlandschaft vielfältig und für Interessierte schwer zu durchblicken. Bis anhin lag der Schwerpunkt von Energie Schweiz im Gebäudebereich auf der Förderung erneuerbarer Energien (Holzheizungen, Wärmepumpen, Solaranlagen) und auf energieeffizienten Neubauten (Minergie). Mittel für die energetische Sanierung standen im Hintergrund. Über die aktuell möglichen Beiträge der Kantone und Gemeinden geben die kantonalen Energiefachstellen Auskunft.

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Zinslose Darlehen für gemeinnützige Bauträger Wer als gemeinnütziger Bauträger eine Liegenschaft erneuern will, kann auf ein Sonderprogramm 2009 «Energetische Gebäudeerneuerung» im Rahmen der Wohnraumförderung des Bundes zurückgreifen. Wird mit einer Erneuerung der Standard gemäss Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich 2008 (MuKEn) oder Minergie erreicht, können pro Wohnung maximal 45000 Fr. als Darlehen beansprucht werden. Die Darlehen sind bei einer Laufzeit von 25 Jahren in den ersten fünf Jahren zinslos und anschliessend zinsgünstig. Das Sonderprogramm wird wie die «normale» Förderung über die Dachorganisationen der gemeinnützigen Wohnbauträger abgewickelt, die auch für Beratungen zur Verfügung stehen.

Nationales Gebäudeprogramm und fiskalische Anreize sind in Diskussion Um ein nationales Programm zur Förderung von energetischen Gebäudesanierungen wird im Bundesparlament und in der Konferenz Kantonaler Energiedirektoren seit längerer Zeit gerungen. So gross die Einigkeit über die energiepolitische Notwendigkeit eines solchen Programms ist, so weit gehen die Meinungen über dessen Finanzierung auseinander. Als Finanzierungsquellen stehen die ordentlichen Budgets, eine Teilzweckbindung der CO2-Abgabe sowie der Klimarappen zur Diskussion. Noch nicht entschieden ist schliesslich die Frage allfälliger Steueranreize zur Förderung von energetischen Erneuerungen. Dazu sind derzeit auf Bundesebene verschiedene parlamentarische Vorstösse hängig.