1. Home
  2. Unternehmen
  3. Richemont-Geschäft mit Luxusuhren läuft schleppend

Uhren
Richemont bleibt auf Luxusuhren sitzen

Uhren aus dem Richemont-Konzern: Sie setzten im Grosshandel weniger um. Quelle: Keystone

Der Absatz von Luxusuhren läuft zäh bei Richemont: Trotz der Erholung in der Branche kann der Konzern nur ein minimales Plus vermelden.

Das Uhrengeschäft von Richemont ist im Weihnachtsquartal kaum vom Fleck gekommen – trotz Aufwind in der Branche. Der Grund: Wegen hohen Lagerbeständen und Rückkäufen setzte der Luxusgüterkonzern im Grosshandel weniger um.

Von Oktober bis Dezember setzte Richemont 3,119 Milliarden Euro um, das sind 1 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Zu konstanten Wechselkursen betrug das Wachstum 7 Prozent, wie der Mutterkonzern von Marken wie Cartier, Montblanc oder IWC am Donnerstag mitteilte.

Wachstum nicht gleich hoch

In der ersten Jahreshälfte war es noch 12 Prozent nach oben gegangen. Richemont hatte seine Investoren allerdings bereits bei der Präsentation des Halbjahresresultates im November vorgewarnt, dass sich das Wachstum nicht gleich stark fortsetzen dürfte.

Vor allem bei den Luxusuhren lief es harzig - obwohl die Branche im Aufwind segelt. Nach zwei Jahren mit Einbussen erholten sich die Uhrenexporte 2017 wieder. Auch aus den wichtigen Absatzmärkten China und Hongkong, wo die Verkäufe wegen der Anti-Korruption-Kampagne der Regierung stark gelitten hatten, kamen wieder mehr Bestellungen.

Doch die Verkäufe von Richemont kamen im dritten Quartal kaum vom Fleck. Während die Schmuckhäuser des Konzerns ihre Umsätze in Lokalwährungen um 11 Prozent steigerten, konnten die Uhrenhersteller nur um 1 Prozent wachsen. In der Berichtswährung Euro sank der Umsatz gar um 4 Prozent auf 781 Millionen Euro.

Grosshandel leidet

Der Grund: Der Lagerbestand bei den Uhrenhändlern ist noch zu hoch, wie Richemont bereits im Halbjahr klar gemacht hatte. So verkauften die Uhrenhändler zwar mehr: Die Verkäufe an Endkunden legten zweistellig zu, wie aus der Mitteilung vom Donnerstag hervorgeht.

Doch bestellten die Uhrenhändler ihrerseits nicht mehr bei den Herstellern. Im Grosshandel schrumpften die Verkäufe. Das hat auch damit zu tun, dass Richemont Uhren zurückkauft. Denn der Konzern sorgt sich, dass Uhrenhändler bei zu hohen Lagerbeständen Rabatte gewähren, was die Preise für Luxusuhren unter Druck setzten könnte.

Dafür lief es für Richemont im Schmuckgeschäft rund. In Euro kletterten die Verkäufe um 5 Prozent auf 1,829 Milliarden Euro.

Im restlichen Geschäft, etwa mit den Marken Montblanc, Chloé und Lancel, sanken die Umsätze um 5 Prozent auf 509 Millionen Franken, in Lokalwährungen traten sie auf der Stelle. Ohne den Verkauf des Geschäfts Shanghai Tang hätte Richemont laut Mitteilung aber in der Sparte ein bescheidenes Wachstum verbucht.

Gewinnzahlen gibt Richemont im Quartal nicht bekannt. Die Resultate für das Gesamtjahr werden am 18. Mai präsentiert.

(sda/tdr)

Anzeige

Bekannte Uhrenmarken von Swatch und Richemont

1|17
Cartier: Der Schmuck- und Uhrenproduzent erlangte früh internationales Ansehen. Er gehört zum Richemont-Konzern.