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Uhrensalon Genf
SIHH – Weniger ist mehr

Uhrenbranche: Der SIHH ist vorbei, jetzt kommt die Baselworld.Quelle: Keystone

Nach dem heutigen Publikumstag ist der SIHH 2018 bereits wieder Geschichte. Was sind die Trends? Was bleibt? Eine Einschätzung.

Marcel Speiser
Von Marcel Speiser
am 19.01.2018

Wie wird 2018 für die Uhrenbranche? In der zweiten Januarhälfte kann es auf diese Frage keine definitive Antwort geben. Klar aber ist: Es geht aufwärts.
Die Uhrenexporte steigen im Vorjahresvergleich seit Monaten, die kaufkräftigen Chinesen reisen wieder vermehrt nach Europa, die Wirtschaft brummt in weiten Teilen der Welt. Die ohnehin berufsoptimistischen Chefs der Uhrenmarken haben also allen Grund, tatsächlich gut gelaunt zu sein. Uhren-Experte Alexander Linz von Watchadvisor resümiert die diesjährige Ausgabe in seinem Videoblog kurz und prägnant: «Wir haben in Genf viele glückliche Gesichter gesehen.»

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Hightlights SIHH

Einer der Gründe, welcher die Laune der Chefs beeinflusst ist, dass die Branche «in die Realität» zurückgekehrt ist, wie es Experte Linz formuliert. Nicht mehr nur schöner, teurer und aufwändiger, sondern eben auch praktischer und preislich erreichbar. Vielfältiger Luxus ist die Devise 2018.

Mehr E-Commere – in eigenen Boutiquen

Ein Branchentrend 2018 ist mit Sicherheit auch die bevorstehende Ausdünnung des Händlernetzes, von dem verschiedene Marken sprechen. «Die Unternehmen wollen die Marge ins Haus holen», sagt Linz. Lieber weniger Verkaufsstellen, dafür eigene. Und vor allem: Mehr E-Commerce. Über Luxus-Plattformen wie Mr. Porter, aber auch über die überfällige Lancierung marken-eigener Online-Boutiquen.

Doch – wie immer in der Uhrenindustrie – ging es am SIHH 2018 natürlich auch im Innovationen – und Weltpremieren. Für Aufsehen sorgte die von Chabi Nouri geführte Richemont-Marke Piaget. Sie findet auf nur 4,3 Millimetern statt. So dünn ist die aktuell flachste Automatikuhr der Welt. Doch die Manufaktur hat sich gar selbst überboten und eine Konzept-Uhr mit Handaufzugswerk gezeigt, die nur 2 Millimeter hoch ist. Chefin Nouri ist im Video-Interview sichtlich stolz auf das Meisterwerk der Horlogerie.

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Interview Chabi Nouri, Piaget

Für Gesprächstoff sorgte auch die noch junge Marke Ressence aus Antwerpen. Die Belgier machen den Nobel-Manufakturen vor, wie man Technologie mit Mechanik clever vereint. Nämlich, indem ein elektromechanisches Modul einem Automatikwerk stets die korrekte Uhrzeit vermittelt. Ressence hat also die mechanische Uhr gezeigt, die stets die richtige Zeit kennt, auch wenn der Träger zum Beispiel die Zeitzone wechselt. Und – der Kommentar sei erlaubt – ebenso wichtig: Die «Type 2 e-Crown» sieht auch noch gut aus (siehe unten). Horlogerie-Puristen werden die Neuigkeit allerdings als digitale Spielerei ablehnen.

 

Innovation: Die Ressence Type 2 e-Crown.

Der SIHH ist Geschichte, die Baselworld steht bevor. Sie öffnet am 22. März ihre Tore. Der Uhrenfans wird es vorerst nicht langweilig.