Der Verband der Uhrenindustrie (Fédération horlogère, FH) ist erleichtert über die Annahme der 60-Prozent-Regel für das Etikett «Swiss Made». Verbandspräsident Jean-Daniel Pasche geht davon aus, dass es eher kein Referendum gegen das Gesetz geben wird.

Der Gewerbeverband will das Referendum nicht ergreifen, würde ein solches aber unterstützen. «Auf jeden Fall würde das Gesetz bei einer Abstimmung durchkommen, weil die Konsumenten sich dem Swiss Made verbunden fühlen», sagte Pasche in Biel am Rande der Generalversammlung des Verbands.

Das Gesetz sieht vor, dass ein Produkt einen Herstellungskostenanteil von mindestens 60 Prozent haben muss, damit es als Swiss Made gilt. Der Uhrenverband hätte bei mechanischen Uhren sogar gern einen 80-Prozent-Anteil, wie Pasche sagte. Er ist sich auf jeden Fall sicher, dass die Schweizer bei heimischen Erzeugnissen mindestens 50 Prozent Schweizer Anteil wollen.

Pasche sagte nicht, welche Unternehmen von der Regel profitieren werden und welche nicht. «Der Hauptgewinner ist das Label Swiss Made, das häufig missbraucht worden ist», sagte er.

Fünf-Jahres-Frist

Die Anwendung der Vorschrift sei für die Unternehmen aber mehr oder weniger einfach. Vom Inkraftreten des Gesetzes 2015 ist eine Fünf-Jahres-Frist vorgesehen, nach denen sich die Hersteller richten können.

Die Anbieter müssten allerdings in die Produktion in der Schweiz investieren. Pasche sieht darin aber den Vorteil, dass dies Arbeitsplätze schaffe.

Nach dem Rekordjahr der Uhrenbranche 2012 ist Pasche für das laufende Geschäftsjahr etwas vorsichtiger. Die Märkte seien instabil und die Nachfrage in China sinke. Das Freihandelsabkommen mit Peking, das am 11 oder 12. Juli unterzeichnet werden soll, dürfte wegen tieferer Zölle die Situation wieder verbessern.

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Eine Verbesserung ortet Pasche auch bei den Fälschungen. Im vergangenen Jahr seien eine Million falsche Uhren entdeckt worden. Alleine etwa 80'000 Exemplare wurden in Dubai gehandelt.

Zudem kontrolliert der Verband vermehrt auch den Handel über Internet. Die Anstrengungen gegen die Fälschungen sowie für das Etikette «Swiss Made» hätten den Verband im vergangene Jahr aber Mittel und Ressourcen absorbiert. Alleine in den USA wurden 14 Prozesse geführt im Namen der «Swissness».

(tke/chb/sda)