Die schwedische Beteiligungsgesellschaft EQT hat die Übernahme der Kuoni-Gruppe unter Dach und Fach gebracht. Auf einer ausserordentlichen Generalversammlung am Montag hat die Private-Equity-Firma den Einzug in den Verwaltungsrat sowie die Statutenänderung vollzogen.

Sämtliche Vertreter des bisherigen Verwaltungsrats sind mit dem Vollzug des Übernahmeangebots zurückgetreten. Sodann sind die zwei Vertreter von EQT, Ulf Berg und Michael Bauer, in den Verwaltungsrat eingezogen. Berg wurde zum Verwaltungsratspräsidenten gewählt. Zudem ist als Vertreter der Kuoni-und-Hugentobler-Stiftung, Thomas Geiser, in das Aufsichtsgremium eingerückt.

Kuoni-Stiftung verliert ihre Stimmrechte

Die Änderung der Statuten ist mit fast 100 Prozent beschlossen worden, was die Vinkulierung bei den Aktien aufhob und somit die Sicherung von Vorzugsrechten des Ankeraktionärs, der Kuoni-und-Hugentobler-Stiftung, nach vielen Jahren beendete.

Der Präsident des bisherigen Ankeraktionärs, Karl Hofstetter, betonte in einer Wortmeldung diesbezüglich, dass die Stiftung nur der Statutenänderungen zustimmen konnte, wenn die Kuoni-Gruppe auch in eine dem Stiftungszweck entsprechende sichere Zukunft übergeben wird. Dies sei mit EQT und der Einnahme einer Junior-Position der Stiftung gegeben.

Börsengang offen

Zu den Geschäftsabsichten von EQT erläuterte der neue Verwaltungsrat, Bauer, dass ein fokussiertes Wachstum innerhalb der sich stark wandelnden Reisebranche im Vordergrund stünde. Die neuen Eigentümer wollen das Unternehmen weiterentwickeln. Bauer verwies dabei auf die zahlreichen bestehenden EQT-Engagements und kündigte Investitionen für Kuoni in lohnende Geschäftsbereiche an. Ob –  wie bei Beteiligungsfirmen üblich – auch am Ende wieder ein Börsengang steht, liess der Manager aber offen.

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Die Marke Kuoni wird trotz der strategischen Neuausrichtung mit dem schwedischen Investor auch weiterhin mit der Schweiz verbunden bleiben und im Land eine starke Präsenz zeigen, betonte Verwaltungsratspräsident Heinz Karrer gleich zum Beginn der ausserordentlichen Generalversammlung in Zürich. Gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte er, diese Änderungen seien auch für ihn persönlich ein sehr emotionaler Moment, weil er dem Reisekonzern schon seit vielen Jahren persönlich stark verbunden gewesen sei.

Mit dem Vollzug der Übernahme seien nunmehr anderthalb Jahre an strategischer Arbeit abgeschlossen worden, erklärte Karrer. Da die Stiftung weiterhin beteiligt bleibt, wird sie ohnehin das Geschehen von Kuoni auch künftig mitbestimmen.

(sda/me/ama)

 

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