Sie sind winzig, hübsch und vor allem äusserst preis- günstig: Die Netbooks. Ein Ärgernis können sie allerdings für diejenigen sein, die ein Gerät auswählen, das nicht den eigenen Bedürfnissen entspricht.

Deshalb ist hier die «Geiz ist geil»-Mentalität genauso wenig zu empfehlen wie technologisch motiviertes Imponiergehabe. Es sind andere Kriterien, die darüber entscheiden, ob ein Netbook zu einem wertvollen Lebensbegleiter wird oder bald ungenutzt in der Ecke verstaubt.

Auf die eigene Anatomie achten

Wer sich für eines der neuen Netbook-Modelle interessiert, sollte zu allererst einen Exkurs in die eigene Anatomie unternehmen. An vorderster Stelle ist die Beschaffenheit der Hände zu nennen. Denn die putzigen 8,9-Zoll-Minigeräte mit Puppentastatur, die in jedes Handtäschchen passen, sehen zwar knuddelig aus. Für Personen mit grossen Händen sind sie jedoch eine Tortur.

10,2-Zoll-Netbooks brauchen zwar etwas mehr Platz beim Verstauen, aber zum Beispiel auf dem Asus EeePC S101 lässt sichs dafür genau so bequem schreiben wie auf einem ausgewachsenen Laptop.

Den Augen sollte ebenfalls Beachtung geschenkt werden. Eine Bildschirmauflösung von 1280 x 768 Pixeln - aktuell beim HP 2133 - macht sich in der Gerätebeschreibung hervorragend.

Tatsächlich wird die Schrift von Websites aber so klein angezeigt, dass Personen mit schwachen Augen schnell überfordert sind. Surfen wird selbst ohne Sehschwäche schwierig, sobald man sich in einem fahrenden Zug oder in einem Flugzeug befindet.

Noch eine weitere Bemerkung zum Sehorgan: Glänzende Bildschirme sind bei Laptops im Trend. Notebooks der Luxusklasse besitzen aber eine ausgeklügelte Technologie, die selbst beim strahlendsten Sonnenschein das Display entspiegelt und das Bild klar und damit sichtbarer macht.

Bei den Netbooks der unteren Preiskategorie fehlt meist ein solcher Mechanismus. Augenschmerzen, Kopfschmerzen und grosser Frust beim Anwender sind die Folge davon.

Bei den technischen Eigenschaften sollte sich der Netbookianer - schon bevor er sich mit Bits und Bytes herumschlägt - über den hauptsächlichen Verwendungszweck des Geräts klar sein.

Wer sein Gerät viel beim Reisen nutzt und es nicht mit Samthandschuhen anfassen will, wird mit einem Festkörperspeicher (Solid State Disk SSD) glücklicher als mit einer herkömmlichen Harddisk. Denn SSD-Speichermedien enthalten keine beweglichen Teile mehr, womit Harddisk-Crashes auch ohne Festplattenschutz elegant umgangen werden können. Der Nachteil: Es steht normalerweise weniger Speicherplatz zur Verfügung.

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Für mobile Surfer erweist das integrierte UMTS/HSDPA-Modem beim Acer Aspire unschätzbare Dienste und erspart das Herumfummeln mit einem externen USB-Modem. Wer häufig im Ausland unterwegs ist, wird sich jedoch über den dreipoligen Netz-Stecker ärgern.

Ein gewichtiges Kriterium ist das Gewicht: Metallverschalte Geräte sind zwar apart anzuschauen, aber auch schwer wie Stein. Der Asus EeePC S101 kommt mit seinen 1,1 kg grazil und filigran daher. Doch quittiert er rüde Umgangsformen umgehend mit Rissen im zerbrechlichen Gehäuse.

Und last but not least das Betriebssystem: Linux-Varianten sind erheblich billiger als solche von Windows. Wer mit Linux und Open Office zurechtkommt oder selbst die Windows-Software auf den Computer lädt, kann hier bis zur Hälfte des Kaufpreises sparen.