Die Reorganisation der Zurich Schweiz hat sich aufs Personal des Versicherers ausgewirkt. Im Rahmen der Zusammenlegung von Leben- und Schadenversicherungsgeschäft in der Schweiz auf Anfang Mai wurden 77 Stellen gestrichen.

Der grosse Teil sei über die natürliche Fluktuation abgebaut worden, sagte Zurich Schweiz-Chef Joachim Masur am Freitag vor den Medien in Zürich. Es sei zu 25 Kündigungen gekommen. Man habe durch die Reorganisation Doppelspurigkeiten in den Strukturen eliminiert. Der Abbau habe vor allem in den rückwärtigen Bereichen stattgefunden.

Operativ besser unterwegs

Ein weiterer Personalabbau sei nicht geplant, sagte Masur: «Wir arbeiten aber weiter an Effizienzverbesserungen aus dem normalen Tagesgeschäft heraus.» Insgesamt hat Zurich Schweiz knapp 2500 Angestellte. Dazu gibt es noch 1355 Vollzeitstellen in den Generalagenturen.

Im ersten Halbjahr hat Zurich Schweiz bei weniger Prämien operativ mehr verdient. In der Schadenversicherung sanken die Prämien und Policengebühren um 2,6 Prozent auf 1,6 Milliarden Franken. Der Rückgang sei hauptsächlich auf den Ausstieg aus einem Geschäftsfeld zurückzuführen, sagte Masur.

Chef erfreut

Dagegen stieg der so genannte Business Operating Profit (BOP), den die Zurich als massgebliche Betriebskennzahl ansieht, um knapp 13 Prozent auf 191 Millionen Franken. «Das ist sehr erfreulich», sagte Masur.

Der Schaden-Kosten-Satz (Combined Ratio) verbesserte sich von 91,5 auf 90,0 Prozent. Unter 100 Prozent ist das Geschäft versicherungstechnisch profitabel.

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Weniger Umwetterschäden

Die Verbesserung habe mehrere Gründe: In der Krankentaggeldversicherung, wo in den letzten Jahren die Belastungen durch psychosomatische Erkrankungen zugenommen hätten, habe Zurich Schweiz die Prämien erhöht. Das habe sich positiv ausgewirkt.

Zudem seien die Unwetterschäden in der Schweiz im ersten Halbjahr kleiner gewesen. «Wir hatten zwar einige kleine Unwetter mit Hagelschäden, aber keine grosse Front», sagte Masur.

Vorjahr anders aufgestellt

In der Lebensversicherung sanken die Prämien, Policengebühren und Beträge mit Anlagecharakter um 12 Prozent auf 837 Millionen Franken. Die Reduktion sei vor allem einem signifikanten Rückgang im Einmaleinlagengeschäft zurückzuführen, das wegen der tiefen Zinsen und der Lage am Kapitalmarkt immer weniger Ertrag abwirft.

Zudem seien im Kollektivlebengeschäft im letzten Jahr grössere Vertragsabschlüsse im ersten Semester getätigt worden, während in diesem Jahr grössere Vertragsabschlüsse im zweiten Semester erwartet würden, sagte Masur.

Dank Verbesserungen bei der Investment-, Risiko- und Kostenmarge konnte Zurich Schweiz den BOP in der Lebensversicherung um 12,5 Prozent auf 115 Millionen Franken steigern.

(sda/jfr/ama)