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Umfrage Asset Management
Auf Renditejagd

Vorsorgeeinrichtungen verfolgen unterschiedliche Anlagestrategien, aber mit dem gleichen Ziel: höhere Renditen zu erzielen.

Wie eine Umfrage der «Schweizer Bank» ergeben hat, verfolgen Schweizer Pensionskassen erst ansatzweise erfolgversprechende Rezepte, um im aktuellen Tiefzinsumfeld die Performance ihrer Assets zu verbessern.

Von Kurt Speck
am 18.01.2018

Für die Pensionskassen ist es im aktuellen Tiefzinsumfeld schwierig, eine Mehrrendite zu erwirtschaften. Die «Schweizer Bank» hat in einer Umfrage bei 20 Vorsorgeeinrichtungen grosser Firmen, der öffentlichen Verwaltung und von Sammelstiftungen ermittelt, was die Verantwortlichen unter den jetzigen Marktbedingungen unternehmen, um mit dem investierten Geld eine höhere Rendite zu erzielen. Die Anlageexperten der einzelnen Vorsorgewerke wählen dabei ganz unterschiedliche Strategien. Je nach Struktur der Pensionskasse bleibt das Portfolio aus Sicherheitsüberlegungen konservativ ausgerichtet oder es wird mit einer aggressiveren Investmentphilosophie in innovative und risikoreichere Finanzprodukte investiert. Unterstützt werden die Vorsorgeeinrichtungen nebst den Banken und Fondsgesellschaften vermehrt auch von den Versicherern.

 

Mehr Aktien, weniger Festverzinsliche

Im Durchschnitt haben die Pensionskassen heute rund 32 Prozent in Obligationen, 30 Prozent in Aktien, 23 Prozent in Immobilien und knapp 7 Prozent in alternativen Anlagen investiert. Der Rest entfällt auf liquide Mittel und übrige Investments. Die Höhe der einzelnen Anlagekategorien kann aber je nach Kasse stark voneinander abweichen. Aus der Umfrage der «Schweizer Bank» ist etwa ersichtlich, dass die Profond Vorsorgeeinrichtung über einen dreimal höheren Aktienanteil als die SBB-Pensionskasse verfügt. Einheitlich gestaltet sich einzig die Absetzbewegung von festverzinslichen Wertpapieren mit einer niedrigen oder gar negativen Rendite.

Die strategische Asset Allocation wird von den Pensionskassen in einem Abstand von drei bis sechs Jahren meist im Anschluss an einen Asset-Liability-Management-Prozess (ALM) angepasst. Oft gibt es zudem ein jährliches Monitoring durch einen externen Finanzspezialisten. Die taktischen Veränderungen innerhalb der strategisch vorgegebenen Bandbreiten einer Anlagekategorie erfolgen meist bei quartalsweisen oder monatlichen Treffen der Anlagekommission. Auslöser sind neue Research-Ergebnisse, eine technische Analyse oder ein regelbasiertes Trendsignal. Immer häufiger wird bei den Vorsorgeeinrichtungen auch ein mechanischer Rebalancing-Ansatz verwendet. Bei steigenden Aktienkursen reduziert eine Kasse automatisch die entsprechende Portfolio-Position, bei sinkenden Notierungen kauft sie dazu.

 

Aktiv vs. passiv

Bei der Wahl zwischen aktiven und passiven Anlagestrategien lässt sich unter den befragten Vorsorgeeinrichtungen kein einheitliches Grundmuster erkennen. Ausschlaggebend sind jeweils die Effizienz der Märkte, Management- und Transaktionskosten sowie die Liquidität für die Umsetzung. Obwohl allgemein ein Trend hin zu Indexprodukten beobachtet wird, streben zahlreiche Pensionskassen bewusst mit einer aktiven Anlagestrategie eine bessere Performance an.

Den Kosten kommt in allen Kassen eine hohe Bedeutung zu. Speziell die Gebühren in der Vermögensverwaltung werden regelmässig auf ihre Marktkonformität hin überprüft. In der Umfrage der «Schweizer Bank» geben sich aber auch einige Geschäftsführer überzeugt davon, dass letztlich die Nettorendite einer Anlagekategorie die relevante Messgrösse ist und nicht in jedem Fall die niedrigsten Gebühren. Höhere Kosten ergeben sich vorwiegend bei alternativen Anlagen. Wenn es die Risikofähigkeit zulässt, haben alle Pensionskassen ihre Investments in Hedge Funds, Private Equity, Rohstoffe und Infrastrukturanlagen ausgebaut. Neu sind auch Senior Secured Loans, Private Debt und Insurance Linked Strategies dazugekommen.

Zum Thema Nachhaltigkeit sind die Meinungen geteilt. Für einzelne Kassen haben nachhaltige Investments derzeit nur eine geringe Bedeutung. Andere Vorsorgeeinrichtungen stützen ihre Entscheidungen nebst den finanziellen Aspekten vollumfänglich auf Kriterien aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung ab.

Lesen Sie den ganzen Artikel in der aktuellen «Schweizer Bank»