Seit Mitte November 2009 sind Sie bei der SIX mit mehr als 600000 Aktien (3,12% der Stimmrechte) Ihrer eigenen Firma eingetragen. Kauft niemand Ihre Titel?

Guy Dubois: Ich bin schon seit meinem Eintritt in die Firma an der heutigen Gategroup beteiligt und habe meinen Anteil auf zurzeit ungefähr 350000 Aktien ausgebaut. Im Rahmen unseres neuen Executive-Incentive-Plan nach der Kotierung diesen Mai erhalte ich über die nächsten vier Jahre verteilt nochmals gegen 235000 Aktien. Es werden sich also erst 2013 knapp 600000 Aktien in meinem Besitz befinden - trotzdem musste ich dies nun der SIX melden.

Daneben gab es seit Anfang Oktober mehrere Managementtransaktionen. Total wurden über 74000 Aktien im Wert von gut 2,2 Mio Fr. verkauft: Gewinnmitnahmen?

Dubois: Nein. Die meisten Leute, die verkauft haben, taten dies im Zusammenhang mit der Steuer auf ihre Aktien in der Schweiz. Unser Top-Management hält noch immer bis zu 8% an der eigenen Firma. Ich glaube nicht, dass diese Verkäufe ein Indikator sind, dass wir nicht mehr von der Zukunft der Gategroup überzeugt sind.

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Haben Sie sich nach Ihrem Börsengang mehr neue Aktionäre erhofft?

Dubois: Wir sind zufrieden, wie sich das entwickelt. Aus Schweizer Sicht interessant war sicher der Einstieg von Rainer-Marc Frey. Die Hauptidee der Kotierung war aber, Liquidität für die bestehenden Aktionäre zu kreieren sowie die Beurteilung durch Analysten zu initiieren. Zudem, falls notwendig, eine Kapitalerhöhung vornehmen zu können.

Planen Sie jetzt eine solche?

Dubois: Nein. Aber wir wollen vorbereitet sein, sollten wir eine Kapitalerhöhung brauchen. Wir haben ja auch keinen IPO an die SIX vollzogen, sondern nur ein technisches Listing gemacht. Es wurden einfach alle fast 20 Mio Aktien von einer amerikanischen Gesellschaft nach Zürich transferiert. Seither ist der Kurs ordentlich angestiegen.

Mitte Oktober lag er erstmals über 30 Fr. Seither ist er auf 28 Fr. gefallen. Wird Ihr Aktienkurs bald wieder zulegen?

Dubois: Das kann ich leider nicht vorhersagen. Fest steht, dass der Markt den Preis bestimmt. Die vier Bankanalysten, die uns regelmässig bewerten, empfehlen unseren Titel weiterhin zum Kauf und sehen im Schnitt ein Kursziel von 35 Fr. Wir versuchen alles, um unsere Aktionäre nicht zu enttäuschen.

Letzte Woche konnten Sie den Vertrag mit Swiss vorzeitig um drei Jahre bis 2015 verlängern. Über die nächsten sechs Jahre bedeutet dies ein Umsatzvolumen von mehr als 600 Mio Fr. Wie wichtig ist dieser langfristige Partner für Sie?

Dubois: Sehr wichtig. Swiss ist unser grösster Kunde in der Schweiz und befindet sich global gesehen unter den Top Ten. Viele Beobachter haben geglaubt, dass wir die Lufthansa-Tochter Swiss verlieren werden, weil ihr Mutter-Konzern unseren grössten Konkurrenten LSG Sky Chefs besitzt.

Verlieren Sie im Airline Catering Business trotzdem Kunden?

Dubois: Wir haben bislang keinen Partner verloren. Letztes Frühjahr haben wir den Vertrag mit British Airways um weitere zehn Jahre verlängert sowie die skandinavische SAS als neuen Kunden gewonnen. Heute haben wir bereits über 95% des Umsatzes für 2010 im Trockenen. Wir arbeiten nun am Geschäft für die Jahre danach. Für 2011 stehen nur kleinere Deals an.

Im Sog der Wirtschaftskrise befindet sich die Luftfahrtindustrie in Turbulenzen. Ihre wichtigsten Kunden, die Airline-Konzerne, werden 2009 mehrheitlich Verluste einfliegen. Wie sieht es diesbezüglich mit der Gategroup aus?

Dubois: Wir versuchen alles, um profitabel zu bleiben. Es sieht danach aus, als ob wir das ganze Geschäftsjahr 2009 wie das 1. Halb-jahr 2009 abschliessen können. Eine Gewinnwarnung ist nicht angebracht, obwohl wir direkt von der Entwicklung in der Luftfahrtindustrie abhängig sind. Der unvermeidbare Aufschwung wird kommen.

Aufgrund des zyklischen Geschäfts veröffentlicht die Gategroup keine Quartalszahlen. Trotzdem: Wie entwickelt sich Ihre Ebitda-Marge?

Dubois: Ich bin fest davon überzeugt, dass wir 2009 eine Ebitda-Marge von etwas mehr als 7% wie angekündigt schaffen. In zwei, drei Jahren, wenn unser Geschäft wieder anzieht, denke ich, dass bis zu 12% unser realistisches Ziel sein muss. 10% hatten wir schon.