Der Schweizer Unterwäsche-Multi Triumph baut um: Die Kollektionen werden kleiner, Lager und Produktionswerke aufgegeben, die Konzernmarke Valisere wird beerdigt. Zuvor wurde bereits die Herrenwäschemarke HOM verkauft. Wegen dieser Verkäufe werde Triumph für das Jahr 2015 einen einstelligen Umsatzrückgang ausweisen, sagte der geschäftsführende Gesellschafter Markus Spiesshofer zur «Bilanz».

Als erstes Medium sprach «Bilanz» mit den geschäftsführenden Gesellschaftern des Familienkonzerns, der seit Generationen im Besitz der Familien Spiesshofer und Braun ist: Mit Roman Braun (31) und Markus Spiesshofer (43). Hintergrund der Massnahmen sind tiefgreifende Veränderungen im Unterwäsche-Markt. Frauen kaufen immer seltener BHs, vor allem «Spontankäufe werden weniger», sagt Roman Braun. In der ganzen Branche, sagt Markus Spiesshofer, «herrscht ein brutaler Kostendruck». Eine grosse Rolle spielt auch die anhaltende Stärke des Schweizer Frankens.

Eigenvertrieb stärken

Zusätzlich schaffen Braun und Spiesshofer eine ganze Hierarchieebene auf Länder-Chefebene ab. Dafür wird der Vertrieb über die 2100 eigenen Stores und die eigenen Online-Shops gestärkt und ausgebaut. «Wir mussten das Unternehmen auf den Kopf stellen», so Spiesshofer. Er sieht aber auch Wachstumsmöglichkeiten: «Unsere Chance ist, dass die Frauen weltweit an Körperfülle zunehmen, einerseits aufgrund der Ernährung, andererseits durch plastische Operationen». Wachstum werde «aus den Kernmarken Triumph und Sloggi kommen». Triumph mit Hauptsitz in Bad Zurzach ist weltweit in 120 Ländern tätig, seit 2010 gehört auch die Schweizer Wäschekette Beldona zum Konzern.

 

Sie gehören zu den verschwiegensten Familien der Schweiz: die Brauns und Spiesshofers, seit 1886 Inhaber der Wäschefirma Triumph. Erstmals zeigt sich die aktuelle Generation – und erklärt, warum die Firma umgeschneidert wird: «Triumph zieht sich um» lesen Sie in der neuen «Bilanz», ab Freitag am Kiosk oder mit Abo jeweils bequem im Briefkasten.