Änderungen in der Anlagestrategie oder ein Wechsel des Vermögensverwalters sind die wichtigsten Gründe für grössere Portfoliorestrukturierungen. Wegen fehlender interner Kapazitäten oder möglicher Zielkonflikte zwischen dem abgehenden und dem übernehmenden Portfolio-Manager ist es sinnvoll, eine neutrale Fachperson mit der Umschichtung zu beauftragen. Idealerweise betreibt dieser mandatierte Transition-Manager keinen Eigenhandel, um potenzielle Zielkonflikte bei der Ausführung auszuschliessen.

Kostenminimierungs-Techniken

Umstrukturierungen können mit hohen Kosten verbunden sein. Der grösste Kostenfaktor ist der zur Umschichtung notwendige Handel. Wer Wertschriften kauft und verkauft, bezahlt Steuern und Abgaben. Dabei machen diese Kosten – auch direkte Kosten genannt – nur gerade einen Drittel der Gesamtkosten aus. Stärker ins Gewicht fallen die indirekten Kosten. Darunter versteht man die Kosten, welche bei der Handelstätigkeit durch «Spreads», also die Geld-Brief-Spanne, oder durch Käufe oder Verkäufe zu Tageshöchst beziehungsweise Tagestiefst entstehen. Damit dieses hohe Kostenpotenzial miniert werden kann, greift ein Transition-Manager auf das Crossing über unterschiedliche Liquiditätspools zurück. Crossing bedeutet, dass die Transaktionen direkt zwischen zwei Investoren ohne Zwischenstelle abgewickelt werden. Auf diese Weise umgehen Anleger den Markteinfluss und können einen beträchtlichen Teil der Umschichtungskosten minimieren.

Systematische Risikokontrolle

Während der Umschichtungsphase kann die Portfolio–Zusammensetzung zudem vorübergehend vom Referenzindex abweichen. Mit Hilfe eines systematischen Risikomanagements werden die kritischen Faktoren, die dieses Gleichgewicht gefährden, aufgedeckt und beurteilt. Aufgrund dieser Analyse wird der Transition-Manager verschiedene Anlageinstrumente einsetzten, um das Marktrisiko zu kontrollieren. Die Portofolio-Absicherungskosten müssen im Planungsprozess berücksichtigt sein. Neben diesem markttechnischen Teil der Risikosteuerung gibt es die operationellen Risiken. Darunter versteht man die korrekte Abwicklung der nötigen Verkäufe und Käufe für die Umschichtung. Diese müssen entsprechend den Börsenregeln, zur richtigen Zeit, in der richtigen Währung, Menge und zum richtigen Preis ausgeführt werden.
Damit diese hoch komplexen und oft in kurzer Zeit ausgeführten Portfoliorestrukturierungen risiko- und kostenoptimiert vonstatten gehen, sind Umsetzungserfahrung und Zugang zu Crossing-Pools zentrale Faktoren. Es ist deshalb empfehlenswert, grosse Umschichtungen und wesentliche Mandatsänderungen mit Hilfe eines neutralen Experten durchzuführen.

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Lachlan French, Leiter Transition Management, State Street Bank Europe, und René Charrière, Managing Director, State Street Bank Schweiz.