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Umstrittene Verträge: Lufthansa handelt sich Klage ein

Düstere Aussichten: Deutschlands grösster Fluggesellschaft droht ein enormer Imageschaden. (Bild: Keystone)

Die Swiss-Mutter Lufthansa soll sich unlauteren Wettbewerbs schuldig gemacht haben. Daher droht der grössten deutschen Fluglinie jetzt ein Gerichtsverfahren. Für den Konzern würde das einen grossen Im

Veröffentlicht am 29.08.2011

Der Deutschen Lufthansa droht wegen umstrittener Verträge mit Firmenkunden ein Gerichtsverfahren. Nach einem Bericht der «Financial Times Deutschland» (FTD) verlangt die Fluglinie von Unternehmen vor Vertragsabschluss angeblich Informationen über Tarife der Konkurrenz. Deshalb habe der Verband Sozialer Wettbewerb (VSW) die grösste deutsche Fluglinie verklagt. Der VSW setzt sich nach den Angaben branchenübergreifend gegen den unlauteren Wettbewerb ein.

Ein Lufthansa-Sprecher bestätigte die Klage. Zu dem laufenden Verfahren wolle sich das Unternehmen nicht weiter äussern. Der Sprecher stellte aber klar, dass es bei der Lufthansa keine Vertragsklauseln gebe, nach denen Firmenkunden Konditionen aus Verträgen mit anderen Airlines offenlegen sollen.

Auch im Visier des Bundeskartellamts

Auch das Bundeskartellamt hat die Lufthansa und mehrere Grosskunden wegen möglicher Wettbewerbsverzerrung seit längerem im Visier. Nach früheren Angaben prüft die Behörde bei Lufthansa-Grosskunden Verträge mit Blick auf die Rabattkonditionen. Wer bei der Lufthansa als Firmenkunde Rabatte erhalten wolle, müsse Daten preisgeben, die auch Einblicke in die Preis- und Rabattgestaltung der Konkurrenten gäben, hiess es damals. Der Lufthansa-Sprecher wird den Vorwurf am Sonntag zurück: «Die allgemeinen Geschäftsbedingungen unserer Firmenförderverträge stehen aus unserer Sicht im Einklang mit geltendem Recht.»

Aus Sicht der FTD bedeutet die Klage einen Imageschaden für die Lufthansa. Konzerne wie Volkswagen und der Motorenbauer Deutz weigerten sich, die Verträge, die Lufthansa-Grosskunden Rabatte einräumen, zu unterschreiben. Die Firmen kritisierten, dass der Marktführer Einblick in die hoch sensiblen Konditionen seines Wettbewerbers haben wolle, schreibt das Blatt. Denn so könnte er auf bestimmten Strecken der günstigste Anbieter sein. Die Diskussion habe an Brisanz gewonnen, nachdem Air Berlin ankündigt habe, die Strecke Hamburg-Frankfurt einzustellen.

(laf/kgh/awp)

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