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Umwandlung schmälert Konzerngewinn der Post

Postwagen in Appenzell: Die adressierten Briefe gingen zurück. Die Werbung nahm zu. (Bild: Keystone)

Die Post hat weiter mit einem Rückgang der Briefpost zu kämpfen. Sendungen mit Werbung haben dagegen stark zugenommen.

Veröffentlicht am 23.08.2013

Die Post hat im ersten Halbjahr 2013 einen um Sondereffekte bereinigten Konzerngewinn von 359 Millionen Franken erzielt. Das sind 53 Millionen Franken weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahrs.

Der Rückgang sei eine Folge der erstmaligen vollständigen Besteuerung aufgrund der Umwandlung in die neue Rechtsstruktur, schreibt die Post in einer Mitteilung vom Freitag. Die Post wurde am 26. Juni, rückwirkend auf den 1. Januar 2013, in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

Infolgedessen wurde die Post erstmals vollständig besteuert. Die laufenden Ertragssteuern stiegen auf 57 Millionen Franken im Vergleich zu 4 Millionen im Vorjahr.

Das bereinigte Betriebsergebnis (EBIT) stieg in den ersten sechs Monaten 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 125 Millionen auf 556 Millionen Franken. Verantwortlich für den Anstieg seien solide Erträge an den Finanz- und Anlagemärkten und ein gutes Kostenmanagement.

Alle vier Märkte - Kommunikation, Logistik, Postauto und PostFinance - hätten zum guten Geschäftsergebnis beigetragen. Der erwirtschaftete Betriebsertrag liegt laut Halbjahresbericht bei 4,26 Milliarden Franken.

Weniger adressierte Briefe, mehr Werbesendungen

Im Kommunikationsmarkt konnte das Betriebsergebnis von 49 Millionen im Vorjahr auf 152 Millionen Franken gesteigert werden. Zwar führte die Ausgliederung der internationalen Sendungen in das Joint Venture Asendia zu einem Ertragsrückgang. Dieser wird aber kompensiert durch tiefere Betriebsaufwendungen und höhere interne Leistungsabgeltungen.

Die Menge der adressierten Briefe ging erneut zurück, um 2,3 Prozent. Dafür verzeichnet die Post bei den unadressierten Briefen, zu welchen etwa Werbeflyer gehören, eine Zunahme um 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Der Logistikmarkt erwirtschaftete mit 68 Millionen Franken ein leicht tieferes Betriebsergebnis als im Vorjahr. Hauptgrund sind laut Post höhere interne Leistungsabgeltungen. Zulegen konnte die Post im Paketmarkt, der vom wachsenden Onlinehandel profitiert. Die Anzahl verschickter Pakete wuchs um 3,4 Prozent.

Im Bereich öffentlicher Verkehr sank das Betriebsergebnis um eine Million auf 17 Millionen Franken. Die PostAuto Schweiz AG konnte die Zahl der gefahrenen Kilometer um 2,5 Prozent auf 65 Millionen Kilometer erhöhen.

Die im Retailmarkt tätige PostFinance hat 299 Millionen Franken zum Betriebsergebnis des Konzerns beigetragen, 7 Millionen mehr als im Vorjahr. Die Zunahme sei auf höhere Wertaufholungen, realisierte Gewinne auf Finanzanlagen und den tieferen Personalaufwand zurückzuführen.

Die PostFinance verzeichnet im ersten Halbjahr 2013 einen Zufluss an Kundengeldern. Sie konnte 12'000 neue Kunden gewinnen. Der Anstieg an Neukunden hat sich allerdings abgeschwächt, in der Vorjahresperiode wurden 63'000 Neukunden verzeichnet.

Drei Sondereffekte bereinigt

Der Konzerngewinn wurde durch drei Sondereffekte bereinigt. So enthält er einen "Erfolg aus initialer, einmaliger Verbuchung latenter Steuern, resultierend aus der vollständigen Steuerpflicht per 1.1.2013 von 943 Millionen Franken". Ebenso einen Erfolg von 444 Millionen Franken resultierend aus Anpassungen der Grundlagen bei der Pensionskassen Post.

Als ergebnisbelastender Sondereffekt wird die Bildung einer Rückstellung in de Höhe von 105 Millionen Franken aufgeführt. Dies wird mit einer Neubewertung der Leistungsverpflichtung der Post im Bereich der Briefmarkenverkäufe begründet.

Leicht tieferer Konzerngewinn erwartet

Für das gesamte Jahr 2013 erwartet die Schweizerische Post einen Konzerngewinn leicht unter jenem des Vorjahrs. Dies, weil die «sich aus den Märkten und dem Technologiewandel ergebenden Herausforderungen zunehmen werden», wie es in der Mitteilung heisst.

(sda/tke/aho)

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