Die Getränkebranche mit ihren PET-Flaschen und Aludosen hat reagiert, die Medienverlage haben das Problem der Gratiszeitungen erkannt, schon in einer frühen Phase kreierten die Grossverteiler und die Fast-food-Ketten eigene Anti-Littering-Programme - nur die Zigarettenhersteller haben sich hierzulande bis anhin um die Problematik foutiert. Schon vor einem Jahr war an gleicher Stelle die Rede vom stark zunehmenden, rücksichts- und achtlosen Wegwerfen der gerauchten Glimmstengel, auch vom fehlenden Anstand und wenig Rücksichtnahme. Als Konsequenz der vielen Rauchverbote häuft sich nun aber die Unsitte, Zigarettenstummel - entgegen der einfachsten Regeln des Zusammenlebens - einfach wegzuwerfen. Bahn- und weitere Stationen des öffentlichen Verkehrs liefern trefflich Anschauungsunterricht.

Zwar trägt jeder Einzelne die Verantwortung selber, ja man kann sein Tun gar mit dem Wertewandel durch veränderte Lebensgewohnheiten begründen. Dennoch täte ein Engagement der Zigarretenindustrie im Dienste der Sache Umwelt not.

Erfolgreiche Beispiele, wie man den Problemen des Litterings begegnet und damit in Ballungsgebieten nicht zuletzt auch die Kosten für Reinigung und Instandhaltung, die selbst für kleine Städte in die Millionen gehen, in Griff behalten kann, gibt es vorzügliche. Die Igora - Genossenschaft für Alu-Recycling (sie heuer seit genau 20 Jahren) und die IGSU Interessengemeinschaft saubere Umwelt sind die wichtigsten Taktgeber im Kampf gegen die Unsitte Littering. Ihre Konzepte, primär auf Prävention und nicht auf Bussen und damit Repression zu setzen, erweisen sich als zukunftsweisend - wenngleich da und dort Städte mit dem Ausfüllen von Verzeigungen den letztmöglichen Hebel anzusetzen beginnen. Aufklärung und Information sind - verbunden mit der dienlichen Infrastruktur - in unserer Gesellschaft nach wie vor die beste Basis zur Lösung eines Problems. Dem wird sich auch die Zigarretenindustrie nicht entziehen können - und schon gar nicht die Raucher.