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Umweltschutz: Ökologie nicht als Selbstzweck

Zuschnitt: Digital bedruckte Planen für Lastwagen müssen ihrer Grösse wegen häufig manuell zugeschnitten werden.

Von Umweltschutz reden alle – auch die Betreiber von Nutzfahrzeugen. Aber bei der Umsetzung adäquater Massnahmen hapert es. Fortschrittliche Firmen werden zu selten belohnt.

Von Kurt Bahnmüller
am 05.06.2012

Die Stichworte Ökologie, Umweltbewusstsein, CO₂-Reduktion, Klimaschutz sowie alternative Energien sind längst in aller Munde. Jedes Unternehmen muss – hat es sie nicht schon getroffen – heute ernsthaft Massnahmen für einen aktiven Umweltschutz in Erwägung ziehen. Viele Firmen sind denn auch stolz auf ihr Umweltleitbild und weisen mit Nachdruck darauf hin, ökologisch umfassend zertifiziert zu sein.

Geht man dann allerdings in medias res, so sieht die Situation vielfach anders aus. Fragt man konkret Unternehmer, wie sie es denn exakt in Sachen Umweltschutz halten, werden viele sehr schnell einsilbig. Grundsätzlich ist man immer für den Umweltschutz, doch sobald dieser in ein stärkeres Engagement mündet und damit finanzielle Aufwendungen erfordert, ist eine unterschiedlich grosse Zurückhaltung festzustellen. Erkundigt man sich beispielsweise bei einem Transportunternehmer, ob die Kundschaft seine Bemühungen, möglichst ökologisch und ­damit umweltschonend unterwegs zu sein, honoriert, lautet die Antwort in der Mehrzahl der Fälle: Nein, eigentlich nicht!

Eine intelligente Technik, verbunden mit einer hoch entwickelten Elek­tronik, ermöglichte es in den vergangenen zehn Jahren, die Emissionen von Verbrennungsmotoren um über 90 Prozent zu reduzieren. Transportunternehmen, welche die jeweils modernsten Fahrzeuge anschaffen – derzeit Last­wagen, welche die Euro-6-Norm bereits (vor)erfüllen, um ökologisch unterwegs zu sein – können nicht damit rechnen, einen Ökobonus für ihre Aktivitäten zu erhalten. Obwohl sie vielfach in ihren Bemühungen alleine gelassen werden, strengen sich zahlreiche Firmen in der Schweizer Transportbranche erheblich an, um mit einem ganzen Bündel von Massnahmen die Emissionen ihrer Fahrzeuge so gering wie möglich zu ­halten. Diese umfassen technische ­Optimierungsmassnahmen an den Fahrzeugen, aber auch Schulungen des Personals, welches die einzelnen Fahrzeuge, seien dies Lastwagen, Lieferwagen oder Flurfördergeräte, bewegt.

Sollen alle diese Bemühungen auch in Zukunft zu einer weiteren Verbesserung der Luftqualität führen, ist eine bedeutend höhere Akzeptanz wie auch Wertschätzung dieser Anstrengung vonnöten. Angesichts der bevorstehenden Veränderungen in den Bereichen Energieversorgung – ein Stichwort hierzu ist der Ausstieg aus der Atomenergie – und Klimaschutz (Stichwort CO₂-Reduktion) müssen die Anstrengungen in Bezug auf den Umweltschutz eine wirtschaftliche Basis haben. Denn Umweltschutz als Selbstzweck kann sich kein Unternehmen leisten.

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