Für die Privatbanken haben sich die unabhängigen Vermögensverwalter zu einer ernst zu nehmenden Konkurrenz, gleichzeitig aber auch zu bedeutenden Geschäftspartnern entwickelt. Sowohl die von ihnen verwalteten Vermögen als auch ihr Marktanteil werden weiter wachsen. Die Branche ist aber stark fragmentiert. Rund 70% der über 2600 Gesellschaften erreichen die kritische Mindestgrösse nicht. Gleichzeitig werden die Rahmenbedingungen im Vermögensverwaltungsgeschäft immer anspruchsvoller. Es bahnt sich ein Strukturwandel an, der Bewegung in die Branche bringen und in einer signifikanten Konsolidierung münden wird.

Verschärfte Auflagen

Am bedeutendsten für die weitere Entwicklung der Branche dürften die Veränderungen im regulatorischen Bereich sein. Anfang dieses Jahres ist das neue Kapitalanlagegesetz in Kraft getreten, das keiner staatlichen Aufsicht unterstehenden Vermögensverwaltern versagt, kollektive Anlagen wie Fonds und Anlagestiftungen zu verwalten. Verschärfte Auflagen seitens der Europäischen Union stellen die internationale Wettbewerbsfähigkeit zunehmend in Frage. Ende dieses Jahres wird die Neue Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID) rechtskräftig, welche sich auch auf die grenzüberschreitenden Aktivitäten von Schweizer Vermögensverwaltern auswirken wird. Weitere Auflagen werden folgen, insbesondere, wenn die seit langem in der Pipeline befindliche integrierte Finanzmarktaufsicht implementiert wird.
Zurzeit benötigen unabhängige Vermögensverwalter weder eine Bewilligung noch müssen sie Mindestkapitalanforderungen erfüllen. Sie unterliegen keiner prudenziellen Aufsicht, sondern lediglich dem Bundesgesetz zur Bekämpfung der Geldwäscherei im Finanzsektor und müssen sich nur einer Selbstregulierungsorganisation (SRO) anschliessen. Erscheinen die tiefen Eintrittshürden in den Berufsstand auf den ersten Blick als Vorteil, dürften sie für viele zum Bumerang werden. Dieses Modell wird dem zunehmenden regulatorischen Druck nicht standhalten können, zumal wichtige Fragen ungelöst bleiben.
Längerfristig werden sich unabhängige Vermögensverwalter ihre Wettbewerbsfähigkeit, vor allem im internationalen Bereich, nur durch eine freiwillige Unterstellung unter staatliche Aufsicht sichern können. Angesichts der strengen Auflagen sowie des grossen administrativen und finanziellen Aufwands kommt dies nur für grössere Einheiten in Frage. Unabhängige Vermögensverwalter unter staatlicher Aufsicht müssen hinsichtlich Kapitalisierung, Haftpflicht, Reputation der Leistungsträger, Prüfung durch eine von der EBK anerkannte Revisionsstelle, interne Kontrollen und Compliance einen umfassenden Anforderungskatalog erfüllen. Der regulierte Status ermöglicht ihnen dafür, weiterhin Kollektivanlagen für ihre Kunden zu verwalten und bildet eine wichtige Voraussetzung für das Geschäft mit institutionellen Investoren sowie mit ausländischen Privatkunden.

Professionalisierung

Die unabhängigen Vermögensverwalter befinden sich in einem Spannungsfeld zwischen steigender Nachfrage nach bankunabhängigen Beratungsleistungen und immer anspruchsvolleren Rahmenbedingungen. Gegenüber den Banken verfügen sie über einen ganz entscheidenden Trumpf: Nebst der persönlichen Betreuung können sie dem Kunden ein Höchstmass an Unabhängigkeit bieten. Um den Trumpf als Boutique auch in Zukunft ausspielen zu können, bedarf es einer Professionalisierung, die nur durch grössere Einheiten zu erreichen und zu finanzieren ist.
Ein nachhaltiges qualitatives Wachstum erfolgt von innen: einerseits durch die Gewinnung neuer Kunden dank Empfehlung zufriedener Kunden, welche ihrem Vermögensverwalter wiederum zusätzliche Vermögenswerte anvertrauen, und andererseits durch den Anschluss weiterer Vermögensverwalter. Entscheidende Schlüsselelemente für die Kundenzufriedenheit sind eine umfassende Bedürfnisorientierung und eine marktkonforme Performance. Speziell hier sind in grössere und professionelle Netzwerkstrukturen eingebettete Vermögensverwalter im Vorteil.
Indem sie sich durch die Inanspruchnahme zentral angebotener Dienstleistungen von administrativen und regulatorischen Aufgaben entlasten, können sie sich vollumfänglich auf die Betreuung ihrer Kunden konzentrieren. Dies ermöglicht ihnen die – sich vielfach wandelnden – Bedürfnisse des Kunden sowie seine Risikofähigkeit und allfällige Änderungen jederzeit sofort zu erkennen und in der Anlagestrategie umzusetzen. Indem sie von einem kompetenten und unabhängigen Research profitieren und in einen systematischen Anlageprozess einbezogen sind, können sie einen hohen Professionalitätsgrad sicherstellen. Um sich in einem zunehmend anspruchsvollen Umfeld auch in der Zukunft die internationale Wettbewerbsfähigkeit sichern und qualitatives Wachstum erzielen zu können, bedarf es einer Professionalisierung, die eine gewisse Mindestgrösse voraussetzt. Ein regulierter Status, ein massgeschneiderter Kundenservice höchster Qualität sowie eine nachhaltige positive Performance werden zu entscheidenden Erfolgsfaktoren.

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Max Cotting, CEO, Aquila-Gruppe, Zürich.

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Die Aquila-Gruppe ist ein Verbund unabhängiger Schweizer Vermögensverwaltungsgesellschaften. Mit 24 angeschlossenen Vermögensverwaltungsgesellschaften und über 60 Partnern und Mitarbeitenden an sieben Standorten in der Schweiz sowie mit Stützpunkten in Liechtenstein und in Singapur betreut die Aquila-Gruppe zurzeit Kundengelder von rund 4 Mrd Fr. Das im Jahr 2000 von Max Cotting gegründete Stammhaus der Gruppe, die Aquila Investment AG, hat Effektenhändlerstatus und übernimmt die regulatorische Verantwortung für die Partnergesellschaften. Das Stammhaus ist an den einzelnen Partnergesellschaften beteiligt und agiert als Servicecenter für die gesamte Gruppe.