Die Zeichen in der Nahrungsmittelbranche stehen seit längerer Zeit auf Liberalisierung und auf offeneren Grenzen. Dank der breiten Umfeldbeobachtung hat dies die Hochdorf-Gruppe erkannt. Sie sieht in dieser Veränderung mehr Chancen als Risiken. Der Verwaltungsrat, die Gruppenleitung und die Geschäftsführer der einzelnen Geschäftsbereiche erarbeiteten zusammen eine geeignete Strategie mit dem Ziel, die sich bietenden Chancen zu nutzen. Daraus entstanden für die Gruppe drei relevante strategische Entscheide:

• Konzentration auf die Kerngeschäfte Trocknen, Mischen und Veredelung von Weizenkeimen;

• Stärkung des Geschäfts im Bereich der Babynahrung in Pulverform und

• Anstreben des EU-Kostenniveaus.

Anstrengende Umsetzungsarbeit

Die Umsetzung dieser strategischen Entscheide war und ist vielschichtig und aufwendig. Die Konzentration auf die neu definierten Kerngeschäfte hatte beispielsweise zur Folge, dass die Hochdorf Nutrition AG in die Hochdorf Nutrifood fusioniert wurde und der Standort Steinhausen ZG aufgegeben wird. Die nun nicht mehr zum Kerngeschäft gehörenden Geschäftsbereiche wurden verkauft.

Der Bereich Säuglingsnahrung wurde mit der Gründung der Hochdorf Nutricare AG im Jahr 2006 gestärkt. Das Unternehmen hat sich als Nischenanbieter zum Ziel gesetzt, in definierten Märkten mit Swiss-made-Babynahrung im Premiumsegment Fuss zu fassen. Dabei wird auf ein Franchising-System mit mehreren Partnern gesetzt. Um die steigende Nachfrage erfüllen zu können, erstellte die Hochdorf-Gruppe eine neue, moderne Sprühturmlinie für Babynahrung und Milchpulver. Mit einer Kapazität von über 3 t Trockenmaterial je Stunde erreicht die Anlage für Hochdorf eine noch nie dagewesene Leistung. Mit dieser Anlage kann zu EU-Kostenniveau produziert werden.

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Überprüfung und Korrekturen ...

Apropos EU-Kostenniveau. Die Produktions- und Verwaltungsabläufe werden heute regelmässig hinterfragt und laufend verbessert. Kostenfaktoren mussten früher auch hinterfragt werden. In der kleinräumigen Schweizer Lebensmittelindustrie mit geschlossenen Grenzen war der Druck aber bei weitem nicht so hoch wie heute.

Die Strategie wird - wie beschrieben - im Tagesgeschäft umgesetzt. Das interne Controlling übernimmt dabei die Aufgabe, die Überführung der getroffenen strategischen Entscheide in operative Zielsetzungen zu prüfen. Sie kontrolliert auch die Umsetzung der getroffenen Massnahmen und definiert allfällige Korrekturmassnahmen.

... sind laufende Aufgaben

Für die Gruppenleitung und die Unternehmensführung werden die Erkenntnisse des Controllings regelmässig aufbereitet. Mit den definierten Kontrollinstrumenten kann die Gruppenleitung praktisch jederzeit auf die aktuelle Entwicklung Einfluss nehmen.