Das Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög) der Uni Zürich ist für sein «Jahrbuch Qualität der Medien» bekannt. Teil der Forschung war die Analyse, wie Medienberichte das Ansehen der UBS beeinflussen. 16 Jahre dauerte die Zusammenarbeit zwischen der Grossbank und dem fög – jetzt ist damit Schluss.

Die UBS begründe die Absage an das Institut mit «einem Mix aus der Breite des Angebots und den Kosten», berichtet die «Zürcher Studierendenzeitung» (ZS). Dass das fög keine sozialen Medien analysiert, dürfte laut «ZS» den Ausschlag gegeben haben. «Wir wollen keine Facebook-Seiten analysieren», wird der Soziologieprofessor und Institutsleiter Kurt Imhof zitiert. «Das ist unseriös.»

Der lukrative Auftrag ist nun an die deutsche Konkurrenz gegangen, die laut Imhof nicht nur billiger sei, sondern auch weniger in die Tiefe gehe. «Damit hätten wir unsere Forschung verraten», so Imhof.

Auch Liechtenstein kehrt dem Institut den Rücken

Weil nebst der UBS auch die Regierung des Fürstentums Liechtenstein die Zusammenarbeit mit der Uni Zürich beendet habe, entgehen dem fög im laufenden Jahr 350'000 Franken und für 2014 weitere 700'000 Franken. Das hat Folgen: Die Verträge studentischer Mitarbeiter im Bereich der internationalen Kommunikationsanalyse seien laut «ZS» nicht verlängert worden, die veraltete IT-Infrastruktur sei durch eine günstigere Variante als geplant ersetzt worden – und Mitarbeitende erhielten nur noch dann Entschädigungen für Kongresse, wenn sie auch selbst einen Vortrag halten würden.

Bei Imhof ist die Enttäuschung dennoch unüberhörbar: «Nachdem die Schweiz die UBS gerettet hatte, sah die Zukunft für die Bank weniger trüb aus. Da wollten sie keine so ausführliche Analyse mehr.»

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(vst/chb)