Nach der Frühpensionierung von Nestlé-Angestellten in zwei Waadtländer Werken drängt die Gewerkschaft Unia den Nahrungsmittelhersteller zu besseren Konditionen.

Im Nestlé-Werk in Vers-chez-les-Blanc seien 2013 rund 20 Angestellte frühpensioniert worden, die nicht von einem GAV profitierten, sagte Unia-Gewerkschafter Yves Defferrard am Montag an einer Medienkonferenz. Die Betroffenen seien ein oder zwei Tage vor ihrer Kündigung darüber informiert worden. «So stellen wir uns die Sozialpartnerschaft nicht vor», sagte Defferrard.

Fonds für Frühpensionierte

Bessere Konditionen habe es im Nescafé-Werk in Orbe gegeben, als im März letzten Jahres 24 Angestellte frühpensioniert worden seien. Allerdings sei inakzeptabel, dass sich Betroffene hätten bei der Arbeitslosenkasse anmelden müssen.

Wie andere Unternehmen, solle Nestlé einen Fonds äufnen, der wie die Arbeitslosenkasse 80 Prozent des letzten Gehalts bis zum ordentlichen Pensionsalter garantiere. Sieben Betroffene hätten dazu spezielle Hilfen benötigt, was Nestlé aber abgelehnt habe.

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Nestlé ist überrascht

Nestlé zeigte sich über die Vorwürfe überrascht. Das Unternehmen respektiere seit vielen Jahren die Sozialpartnerschaft. Im Fall von Orbe sei die Frühpensionierung im März 2014 angekündigt und dann während zehn Monaten gemeinsam vorbereitet worden.

(sda/ise)