Die Gewerkschaft Unia kritisiert die Entlassung von mehreren Dutzend Angestellten eines Bauunternehmens, welches am Bau der Bahnlinie CEVA von Genf nach Annemasse (F) beteiligt ist. Zu den Entlassungen gab es laut Unia weder Verhandlungen noch einen Sozialplan.

Das betroffene Bauunternehmen hatte am 28. Mai angekündigt, die Arbeitsverträge beenden zu wollen, wie die Unia am Donnerstag an einer Medienkonferenz in Genf bekanntgab. Von den 206 Angestellten verfügen 88 über einen temporären Vertrag, der nicht erneuert wird.

Sozialplan verweigert

Weitere 106 Personen sind fest angestellt. Von ihnen werden nur 51 von einer anderen Baufirma des gleichen Konsortiums übernommen. Das Unternehmen hat gemäss Unia seine Arbeiten auf den CEVA-Baustellen weitgehend beendet. Ob die Baufirma weiter bestehen wird, blieb am Donnerstag vorerst unklar.

Nach Angaben der Unia verweigerte die Baufirma das Konsultationsrecht und einen Sozialplan. Mehrere an der Medienkonferenz anwesende Mitarbeiter der Firma kritisierten die Art und Weise der Entlassungen. Man habe drei Jahre auf dieser Baustelle gearbeitet und werde mit einem Tritt in den Hintern rausgeworfen, hielt einer der Betroffenen fest.

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CEVA-Direktion soll schlichten

Die Unia verlangt von der Direktion der CEVA, dass sie in den Arbeitskampf eingreift. Die Entlassungen sollen ausgesetzt und Verhandlungen aufgenommen werden, um die wirtschaftlichen und sozialen Folgen zu mildern, fordert die Gewerkschaft.

Die Bahnlinie Cornavin-Eaux-Vives-Annemasse (CEVA) soll das französische Grenzgebiet besser mit der Stadt Genf und dem Bahnhof Cornavin verbinden. Von den 16,1 Kilometer langen Linie befinden sich 14,2 Kilometer auf Schweizer Boden.

(sda/ise/ama)