Probleme in Osteuropa und die schwache italienische Wirtschaft haben der Unicredit einen zweistelligen Milliardenverlust eingebrockt. Im vierten Quartal sei wegen der Abschreibungen auf ihre Geschäfte vor allem in Osteuropa und der hohen Vorsorge für mögliche Kreditausfälle in Italien ein Minus von fast 15 Milliarden Euro angefallen, teilte die Bank am Dienstag in Mailand mit. Im Gesamtjahr 2013 waren es fast 14 Milliarden Euro nach einem Plus von 865 Millionen Euro im Vorjahr.

Unicredit-Chef Federico Ghizzoni will mit diesem Schritt offenbar reinen Tisch für eine Besserung in den kommenden Jahren machen. Er setzt zudem auf einen rigorosen Sparkurs, bei dem 8500 der zuletzt knapp 150'000 Stellen wegfallen sollen. 2014 will die HVB-Mutter wieder zwei Milliarden Euro verdienen. Bis 2018 soll der Gewinn auf 6,6 Milliarden Euro steigen. An der Börse wurde der überraschend hohe Verlust nur kurzzeitig mit Abgaben quittiert. Zuletzt drehte das Papier wieder ins Plus.

Italiens Wirtschaft zum ersten Mal seit langem im Plus

Auch von der italienischen Wirtschaft kamen heute gute Neuigkeiten: Nachdem die schwache Konjunktur auch die Unicredit belastet hatte, wuchs das Bruttoinlandsprodukt  (BIP) zum Jahresende zum ersten Mal seit langem. Es lag im Schlussquartal 0,1 Prozent höher als im dritten Vierteljahr, wie das italienische Statistikamt am Dienstag mitteilte. Eine erste Schätzung von Mitte Februar wurde damit bestätigt. Es war der erste Zuwachs des BIP seit dem zweiten Quartal 2011. Im dritten Quartal 2013 hatte die Wirtschaftsleistung stagniert. Gestützt wurde das Wachstum zum Jahresausklang durch die Ausfuhren und die Investitionen, während der Binnenkonsum stagnierte.

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(awp/me)