Italiens grösste Bank Unicredit hat im dritten Quartal einen Mega-Verlust von mehr als 10 Milliarden Euro verzeichnet. Um den Forderungen nach einer höheren Kernkapital-Quote  nachzukommen, kündigte die Unicredit eine Kapitalerhöhung von 7,5 Milliarden Euro an.

Die Grossbank benötigt nach Einschätzung der europäischen Bankenaufsicht (EBA) knapp 7,38 Milliarden Euro, um bis Juni kommenden Jahres eine Kernkapitalquote von 9,0 Prozent zu erreichen. Diese Finanzspritze sei komplett durch ein Bankenkonsortium garantiert und solle im ersten Quartal 2012 abgeschlossen werden.

Im dritten Quartal hat es nach Angaben der Bank Firmenwert-Abschreibungen von rekordverdächtigen 9,6 Milliarden Euro und einen Verlust von 10,6 Milliarden Euro gegeben. Die Aktien der Unicredit wurden bereits vor der Bekanntgabe vom Handel ausgesetzt.

Für 2011 kündigte der Mailänder Konzern, zu dem auch die Münchner Hypo Vereinsbank und die Wiener Bank Austria gehören, an, die Dividende zu streichen. Das wird die grössten Eigentümer, darunter auch die Allianz, hart treffen. Bis 2013 will die Bank in ruhigeres Fahrwasser und auf einen Gewinn von 3,8 Milliarden Euro kommen.

Abbau von 5200 Stellen

Die Bank plant auch einen Jobabbau: 5200 der 62'000 Stellen in Italien sollen bis 2015 wegfallen. Weltweit hat das Institut rund 160'000 Beschäftigte.

Die Unicredit gehört zu den 29 vom Finanzstabilitätsrat (FSB) als systemrelevant eingestuften Banken. Sie müssen sich wegen ihrer Grösse und Bedeutung noch besser als andere gegen Pleitegefahren schützen. Die Bank hatte ihr Kernkapital bereits 2009 und 2010 verstärkt.

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Unicredit zeigte sich trotz des herben Verlustes optimistisch: Im Jahr 2015 werde der Gewinn unterm Strich 6,5 Milliarden Euro betragen, teilte die Bank mit. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete sie ein Plus von 1,323 Milliarden Euro. Zum Gewinnsprung beitragen sollen offenbar auch Verkäufe von nicht zum Kerngeschäft zählenden Bereichen.

(laf/tno/sda/awp)