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Unicredit übertrifft Erwartungen

Unicredit-Zentrale in Mailand: "Positiv für die kommenden Quartale" (Bild: Keystone)

Italiens grösste Bank lässt die Finanzkrise hinter sich: Unicredit hat im ersten Quartal den höchsten Gewinn seit fast drei Jahren erzielt und die Analysten damit positiv überrascht. Auch die Unicredi

Veröffentlicht am 13.05.2011

Unicredit hat den Nettogewinn im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 56 Prozent auf 810 Millionen Euro gesteigert. Er liegt damit deutlich über den Schätzungen von Analysten, die im Schnitt 614 Millionen vorausgesagt hatten. Wie das Institut mitteilte, wurde es deutlich weniger von Abschreibungen belastet.

Unicredit-Chef Federico Ghizzoni gab einen optimistischen Ausblick. "Wir bleiben ziemlich positiv für die kommenden Quartale", sagte er vor den Medien. Zuvor hatten bereits die italienischen Konkurrenten Banca Monte dei Paschi di Siena und Banca Popolare di Milano die Markterwartungen übertroffen.

Von den italienischen Banken war sein Haus von der Kreditkrise in den vergangenen Jahren am stärksten getroffen worden. Unicredit ist die einzige grosse Bank in Italien, die an der jüngsten Runde der Kapitalerhöhungen vor den europäischen Banken-Stresstests bislang nicht teilgenommen hat.

Ist Unicredit systemrelevant?

Ob sie ihre Kapitalbasis stärken muss, sollen neue Informationen der Aufsichtsbehörden zeigen. Sie dürften dem Geldhaus in der zweiten Jahreshälfte Klarheit geben, ob es zu den systemrelevanten Finanzinstitutionen (SIFI) gezählt wird, für die strengere Regeln gelten sollen.

Gemäss Ghizzoni wollen die Regulierungsbehörden die neuen SIFI-Vorgaben auf einem Gipfeltreffen der 20 grössten Industrie- und Schwellenländer (G20) im November vorstellen.

Laut seinen Informationen wird von den systemrelevanten Instituten nicht verlangt, ihre harte Kernkapitalquote (Core Tier 1) auf zehn Prozent zu bringen. Bei der Unicredit betrug die Kennziffer Ende März 9,06 Prozent nach 8,58 Prozent drei Monate zuvor.

Hypo Vereinsbank legt zu

Auch die Unicredit-Tochter Hypo Vereinsbank startete mit einem satten Gewinnplus ins Jahr 2011. Wichtigste Stütze des Instituts blieb das Investmentbanking, doch die Münchener Bank kam auch im zuletzt schwachen Geschäft mit Privatkunden sowie kleinen und mittleren Unternehmen einen Schritt voran. Nach einem Umbau der Sparte verdiente der Bereich im ersten Quartal vor Steuern 43 Millionen Euro, wie die HypoVereinsbank mitteilte. Im Vorjahresquartal hatte der Bereich noch rote Zahlen geschrieben und auch im gesamten Jahr 2010 kaum Geld verdient.

Grösster Gewinnbringer der Hypo Vereinsbank war jedoch erneut die Sparte Grossunternehmen und Investmentbanking. Hier stieg der Vorsteuergewinn im ersten Quartal um 59 Prozent auf 885 Millionen Euro. Über alle Sparten hinweg legte der Vorsteuergewinn um 43 Prozent auf 995 Millionen Euro zu.

(tno/kgh/sda)

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