AUDI R8. Lange waren sie eine kleine, eingeschworene Elite, aber nun kommt Bewegung auf den Olymp der Hochleistungs-Sportwagen. Bisher waren Porsche, Lamborghini, Ferrari und Aston Martin praktisch unter sich. Jetzt aber will es die Marke mit den vier Ringen – eben erst wieder DTM erfolgsgestählt – ebenfalls wissen. Abgestützt auf die langjährigen Erfahrungen im internationalen Rennsport, entwickelte die VW-Tochter einen reinrassigen Sportwagen, der den bisherigen Konkurrenten tüchtig einheizt.

Feuer legt der Supersportler aus Ingolstadt durchaus. Schon mit seinem Äusseren, das die klare Handschrift von Design-Chef Walter da Silva trägt, fällt der Audi R8 überall auf. Zu reden geben immer wieder die beiden silbernen Sideblades des Wagens. Diese stossen sowohl auf Begeisterung wie ebenso auch auf Ablehnung. Wobei auch hier gilt: Über Design – umgesetzt in der lediglich 210 kg schwere Aluminium-Spaceframe-Karosserie –lässt sich trefflich streiten.

Überzeugende Fahrleistungen

Eindeutig jedoch fällt das Urteil aus, wenn es um die Fahrleistung und das -verhalten des R8 mit Mittelmotor geht. Hier sind kaum negative Punkte anzumerken. Im Gegenteil: Obwohl er ein reinrassiger Sportwagen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 301 km ist, lässt er sich im normalen Alltagsbetrieb problemlos bewegen. Die Federung ist weder zu hart noch zu weich. Auch nach längeren Strecken entsteigt man den komfortablen Ledersitzen ohne Verspannungen.Uneins sind sich die Kritiker hingegen, wenn es um das Schalten des Sportwagens geht. Wir fuhren das Modell mit dem sequenziellen Sechsgang-Getriebe. Das eher träge schaltende Getriebe konnte jedenfalls nicht voll überzeugen. Puristen werden deshalb die manuelle Sechsgang-Schaltung mit offener Kulisse bevorzugen. Vorstellbar wäre aber auch ein vollwertiges automatisches Getriebe, über welches Audi ja verfügt. Man sitzt im R8 sehr komfortabel, die Sitze lassen sich mehrfach verstellen, sodass auch Grossgewachsene eine ideale Position finden. Sämtliche Instrumente befinden sich im Blickfeld des Fahrers, wenngleich die Zahlen von Tacho und Drehzahlmesser sowie des Bordcomputers etwas grösser sein könnten.

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420 PS gehen auf alle vier Räder

Angetrieben wird der R8 an allen vier Rädern. Die Antriebskraft wird mittels Viscokupplung verteilt und nicht, wie sonst bei Audi üblich, mittels Torsen-Differential. Dass diese ganze Technik sowie das mächtige Triebwerk Platz brauchen, leuchtet ein; deshalb muss man sich in Sachen Mitnahme von Gepäck disziplinieren. Golfspieler etwa werden ihre Probleme mit dem R8 haben. Ein Eindruck allerdings bleibt: Der Wagen bereitet sehr viel Fahrspass. Dieser wird wohl auch die Nachfrage nach dem Spitzenmodell von Audi deutlich beflügeln.

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