Im Mai dieses Jahres wurde die neue Interessengemeinschaft Intralogistik, Förder- und Lagertechnik (IGFT) aus der Taufe gehoben. Wie viele Mitglieder hat der Verband derzeit?

Georg Reichmuth: Der Verband zählt zurzeit rund 70 Mitglieder, und wir sind bestrebt, ein möglichst breites Spektrum von Intralogistikanbietern unter unserem Dach zu vereinen. Dazu hat unser neuer Verband an seiner ersten Sitzung einen Gedankenaustausch über die zukünftige Ausrichtung des Verbandes gepflegt, die Ressorts verteilt und die Aufgaben und Zielsetzungen der vier Kommissionen festgelegt.

Gibt es noch wichtige Firmen, welche derzeit noch nicht Mitglied sind, die man aber gerne auch gewinnen möchte?

Reichmuth: Was wir uns wünschen, wäre eine stärkere Präsenz der Systems Integrators sowie von Firmen im Bereich Steuerungen.

Der Verband arbeitet weitgehend im Milizsystem. Erfahren Sie auch die notwendige Unterstützung seitens der Mitglieder?

Reichmuth: Der Verband verfügt über äusserst schlanke Strukturen, und die Mitglieder im Vorstand arbeiten alle nebenamtlich. Nur so ist es möglich, mit attraktiven Mitgliederbeiträgen arbeiten zu können.

Kommen wir zu den einzelnen Kommissionen. Eine speziell wichtige stellt die Messekommission dar. Welche Haltung nimmt die IGFT zur Teilnahme an Messen in der Schweiz ein ?

Reichmuth: Wir haben innerhalb des Vorstandes entschieden, dass wir uns auf vier Schwerpunktveranstaltungen fokussieren, nämlich die Pack&Move, die EasyFair, die Swisstech und die Logimat in Stuttgart. Eine speziell gebildete Messekommission hat die Aufgabe, die Beteiligungsmodalitäten an den vier Messen in den kommenden Jahren festzulegen.

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Schwerpunktmesse der Intralogistikbranche in der Schweiz ist sicher die Pack&Move in Basel, welche im Herbst 2011 stattfinden soll. Hier sind aber noch einige Fragen offen.

Reichmuth: Zuerst einmal kann festgestellt werden, dass die Pack&Move, welche im November 2008 gleichzeitig mit der Swisstech/Prodex stattfand, auf ein sehr gutes Echo in der Branche gestossen ist, besuchten doch rund 16000 Interessierte diese Messe. Das sind rund 5000 Besucher mehr als an der vorgängigen Veranstaltung. Offen ist derzeit allerdings noch der nächste Messetermin im Jahr 2011 wegen der verschobenen Bauarbeiten der Messe Basel (siehe Kasten).

Zu den Zielen der IGFT zählt auch die Veranstaltung von Anlässen und Kursen. Was kann man sich darunter konkret vorstellen?

Reichmuth: Grundsätzlich verstehen wir uns als eine Networking-Vereinigung, welche den Kontakt unter den Vertretern innerhalb der gesamten Logistikbranche fördern soll. Ein Schwerpunkt ist sicher die jährliche Generalversammlung, welche jeweils im Mai stattfindet. Dazu möchten wir auch Vortragsveranstaltungen mit hochkarätigen Referenten durchführen. Fest steht bereits ein Referat Ende November/Anfang Dezember über die neuen Maschinenbau-Richtlinien der EU, welche auch die Schweizer Firmen betreffen.

Was kann der Verband im Ausbildungswesen erreichen, um den notwendigen beruflichen Nachwuchs in der Logistikbranche zu gewährleisten?

Reichmuth: Vor einem Jahr hätte ich gesagt, es sei ziemlich schwierig, Berufsleute mit speziellem Know-how zu finden. Im Moment hat sich die Situation allerdings etwas entspannt. Es ist aber nach wie vor nicht einfach, Fachleute mit speziellen, vor allem technischen Branchenkenntnissen zu finden. Aufgrund des äusserst breiten Spektrums, welches die Intralogistik umfasst, ergeben sich auch sehr verschiedene Berufsbilder. Wir versuchen, in erster Linie mit gleichgelagerten Berufsverbänden und Organisationen Synergien in der Ausbildung zu nutzen.

Aufgabe der Wirtschaftskommission ist die Erfassung von Marktzahlen. Lässt sich die Intralogistikbranche überhaupt zahlenmässig erfassen?

Reichmuth: Das ist ein äusserst schwieriges Unterfangen, besteht diese Branche doch aus den unterschiedlichsten Firmen. Was wir jedoch anstreben, ist die Erfassung relevanter Zahlen von Firmen, welche im gleichen Markt- oder Produktesegment tätig sind. Eine solche Umfrage findet beispielsweise im Bereich der Palettenregalanlagen statt. Im Fokus der Wirtschaftskommission stehen aber auch die Kontakte zu gleichgelagerten Verbänden, um Synergien auszuloten. Im Vordergrund stehen dabei GS1 sowie Swissmem.

Welches sind die Hauptaufgaben der Informationskommission?

Reichmuth: Im Vordergrund steht hier die Schaffung einer völlig neuen Internet-Plattform für die IGFT. Diese soll in Zukunft als modernes Tool allen Mitgliedern wichtige relevante Angaben zur Verfügung stellen, wie beispielsweise ein umfassendes Branchenverzeichnis, in welchem sich die einzelnen Mitglieder auch selber darstellen können.

Wie ist das Verhältnis zum neugegründeten Verband Swisslifter, dessen Mitglieder ja alle auch in der IGFT dabei sind?

Reichmuth: Es bestehen sehr gute Kontakte und eine gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Verbänden. Die IGFT ist ein Verband, welcher den Schwerpunkt im Bereich des Netzwerkes in der gesamten Intralogistikbranche setzt. Von Seiten der Stapler-Importfirmen bestand jedoch immer ein Bedürfnis, ihre spezifischen Branchenprobleme in einem speziellen Gremium diskutieren zu können. Dies führte schliesslich zur Gründung des Schweizerischen Hubstapler-Verbandes Swisslifter. Ein Verband, der über eine professionelle Organisation mit einem Geschäftsführer verfügt. Dies wäre innerhalb der IGFT, die weitgehend im Milizsystem arbeitet, nicht möglich.