Wirtschaftsorganisationen - bis hin zu den Berufsverbänden oder den Gewerkschaften - tun sich in heterogenen Zeiten schwer. Ihre Zukunft ist nicht mehr gesichert. Lösungen für anstehende Probleme, reichend von A wie Auslandexpansion bis hin zu Z wie Zollfragen, finden Unternehmen in www-Zeiten schneller und günstiger auf modernen Kommunikationskanälen. Mitgliedschaften besitzen oft nur noch einen historischen Grund. Vielfach vermag nur noch das Gesellschaftliche den Verbandsbeitrag als lohnend zu erscheinen; schliesslich feiern Verbände ihre 100-Jahr-Jubiläen - oder noch höhere Geburtstage. Firmen mit einer zukunftsgerichteten Struktur sind nur noch, wenn überhaupt, partiell auf Dachorganisationen angewiesen. Sie sind es gar nicht, wenn diese semiprofessionell geführt werden. Oder wenn, wie früher an der Tagesordnung, Verbände gleich dutzendweise im Briefkasten einer prominenten Anwaltskanzlei gebündelt werden. Dem klassischen Branchenverband läutet heute, versteht er es nicht, sich aktuellen Anforderungen anzupassen, daher die Sterbeglocke.

Geschickte Verbandspräsidenten erkennen diese Zeichen der Zeit. Sie reagieren. Eine Pionierrolle, wie Einzelanliegen zu mehr Durchschlagskraft verholfen werden kann und wie Mitglieder für ihren Beitrag einen echten Gegenwert erhalten, liefern die Branchenorganisationen rund um den Werkstoff Stahl. Unter dem neu «gebauten Dach» Stahlpromotion Schweiz gehen die Verbände des Stahlbaus (Stahlbau Zentrum Schweiz SZS), des Stahlhandels (Schweizerischer Stahl- und Haustechnikhandelsverband SSHV) und des Metallbaus (Schweizerische Metall-Union SMU) in die Offensive. Die Organisation hat sich zum Ziel gesetzt, Architekten, Planer, Bauherren und Investoren, zudem aber auch den Berufsnachwuchs, Politiker und schliesslich auch die breite Bevölkerung über die Vorteile von Stahl als Werkstoff im Allgemeinen und des Stahlbaus im Besonderen zu informieren. Im Rahmen einer Imagekampagne werden Stahl und Metall langfristig als ästhetisch erstklassige, architektonisch vielseitige und vor allem auch ökologisch vertretbare Baustoffe positioniert.

Stahlpromotion Schweiz will das grosse Wachstumspotenzial der Stahlbauweise fördern und nutzen. Denn der Stahlbau hat in der Schweiz keine grosse Tradition, sein Anteil im Bauwesen zählt zu den tiefsten in Europa. Das will die Stahlpromotion Schweiz in Zukunft ändern - sie macht Stahl zum Thema. Immerhin beschäftigt die Stahl- und Metallbaubranche hierzulande über 30 000 Personen. Rund 2800 Unternehmen erwirtschaften einen Umsatz von 10 Milliarden Franken - Tendenz steigend.

Anzeige