Freiwillige CO2-Transparenz:  Das Carbon Disclosure Project (CDP)

Der Klimareport über die 100 grössten Schweizer Firmen wird von der Bank Pictet und der Stiftung Ethos im Auftrag von 475 Investoren durchgeführt, die ein Beteiligungskapital von 55 Mrd Dollar halten. Weltweit werden 1800 Konzerne untersucht. Das globale Reporting-System versorgt Investoren und Politik mit Daten darüber, wie die Firmen positioniert sind.

Dieses Jahr haben 37% der angefragten Firmen in der Schweiz keine Angaben geliefert; im Vorjahr waren es noch 47% gewesen. Die Bedeutung der Klimathematik hat zugenommen. 65% (2008: 52%) der Firmen haben konkrete Energie- und Emissionsreduktionspläne. Zudem erwarten 72% (2008: 59%), dass durch neue Regulationen neue Geschäftsfelder für sie entstehen.

In der erstmals für die Schweiz publizierten Rangliste, dem Carbon Disclosure Leader Index, der die Erfassung und Transparenz bei CO2-Emissionen bewertet, schneidet Swiss Re mit Abstand am besten ab. Der Klimachef von Swiss Re, Andreas Spiegel, sagt: «Da die Auswirkungen des Klimawandels starken Einfluss auf das Rückversicherungsgeschäft haben könnten, unterstützen wir die Initiative seit neun Jahren.» Swiss Re ist nicht nur fortschrittlich beim Carbon Reporting, sondern auch bei der CO2-Reduktion. 2003 verpflichtete sich Swiss Re, erstens die Emissionsintensität der Gruppe um 30% zu senken und zweitens die restlichen Emissionen durch Investitionen in Ausgleichsprojekte zu kompensieren. Swiss Re ist seit 2003 CO2-neutral.

Anzeige

Die Klimakonferenz ist laut «Spiegel» sehr wichtig: «Wir erachten es als unverzichtbar für die Weltgemeinschaft, möglichst rasch auf die Klimaveränderung zu reagieren und die globalen Emissionen zu senken - um einen gefährlichen Temperaturanstieg zu vermeiden.»

CO2-Reduktion für Abgabenbefreiung:  Energie-Agentur der Wirtschaft

Die 1999 von Wirtschaftsverbänden gegründete Energieagentur der Wirtschaft (EnAW) erarbeitet mit den Unternehmen CO2-Reduktionsziele und die dazu notwendigen Massnahmen. Der finanzielle Anreiz, CO2 zu reduzieren, ist relativ gross, seit Anfang 2008 die CO2-Abgabe auf Brennstoffe eingeführt wurde. Praktisch alle grösseren Unternehmen aus dem Industriesektor sind mittlerweile über die EnAW eine verpflichtende Zielvereinbarung mit dem Bund eingegangen. So können sie sich von der Abgabe befreien. Die Zahl der Teilnehmer stieg bis Herbst auf total 1954. Davon haben sich 214 einem KMU-Modell angeschlossen.

Zu den EnAW-Mitgliedern der ersten Stunde zählt ABB. Remo Küry, Sustainability-Chef bei ABB Schweiz, erklärt: «ABB Schweiz hat die Zielvorgabe durch das Kyoto-Protokoll erreicht und die CO2-Emission gegenüber 1990 halbiert. Dafür wurde ABB Schweiz von der EnAW 2006 zertifiziert und hat zudem beim Stadtzürcher Elektrizitätswerk Anspruch auf einen Einkaufsrabatt von 10%. Investitionen in Gebäuderenovationen und effizientere Produktionsanlagen erhöhten die Energieeffizienz und damit den nachhaltigen Gewinn», so Küry.

Nur weil ABB die Zielvorgabe des Kyoto-Protokolls erreicht hat, will sich Küry aber nicht zurücklehen. Nun gelte es, die Schweiz zu unterstützen, damit das Land im Bereich Verkehr sein Ziel erreicht. So erhielten Mitarbeitende, die ohne Auto zur Arbeit kommen, einen Ökobonus von bis zu 600 Fr. Ausserdem seien Parkplätze auf dem ABB-Areal für alle Mitarbeiter kostenpflichtig.

An Kopenhagen hat Küry klare Forderungen: «Die Ziele des Kyoto-Protokolls müssen über das Jahr 2012 hinaus verbindlich vereinbart werden. Im Bereich Verkehr sollten neue Ziele gesetzt werden.» (clu)

Die Grossen spenden für CO2- Massnahmen bei KMU: Klimastiftung

Die ein Jahr alte Klimastiftung Schweiz will Massnahmen zum Klimaschutz und zur Energieeffizienzverbesserung bei KMU in der Schweiz fördern. Gespiesen wird die Stiftung durch Nettorückflüsse der CO2-Lenkungsabgabe auf Brennstoffen von inzwischen 17 Parterfirmen. Darunter befinden sich Allianz Suisse, Axa, Microsoft Schweiz, Pictet & Cie, PricewaterhouseCoopers, Raiffeisen, Swiss Life und Swiss Re. Insgesamt sollen die Partnerfirmen bis 2014 rund 16 Mio Fr. in die Stiftung einzahlen. Konkret hilft die Stiftung zum Beispiel einem KMU, eine Holzschnitzelheizung zu finanzieren.

Der Versicherer Axa beispielsweise profitiert als wenig energieintensives Dienstleistungsunternehmen mit vielen Arbeitsplätzen vom Umverteilungsmechanismus der Lenkungsabgabe. Pro Jahr verdient die Versicherung auf diese Weise 150000 bis 200 000 Fr. Die Klimastiftung setzt das ihr gespendete Geld primär für Schweizer KMUs ein, die auch Axa- Kunden sind.

Aus Sicht von Thomas Hügli, Chef Corporate Responsability und Communication bei Axa, sind Klimagipfel wie derjenige in Kopenhagen entscheidend, um das Thema Klimaschutz vermehrt ins Bewusstsein der Gesellschaft und damit auch der Kunden zu bringen. Weiter: «Gleichzeitig geben politische Rahmenbedingungen die wichtige Sicherheit für Investitionsentscheide etwa in die Energieversorgung.» Axa sei als Versicherer durch häufiger auftretende Elementarschäden wie Überschwemmungen direkt von den Folgen des Klimawandels betroffen. Hüglis Erwartungen an den Klimagipfel: «Wir unterstützen Emissionsziele, die einer abrupten Klimaveränderung entgegen wirken.» Axa befürworte auch Massnahmen, die auf eine adäquate und systematische Untersuchung von Klimarisiken hinwirkten. (clu)