Philippe Gaydoul gilt als einer der bestgekleideten Unternehmer der Schweiz. Kein Wunder setzt er weiter auf Fashion. Nach der erfolgreichen Übernahme von Navyboot folgt nun sein zweiter Streich. Die Gaydoul Group kauft das Luxusstrumpfgeschäft Fogal. Der Kaufpreis wird nicht bekannt gegeben. Doch dank dem Verkauf von Denner an Migros, der rund 1 Mrd Fr. in die Kasse der Familie Gaydoul spülte, verfügt er über das nötige Kapital - er ist gut im Strumpf.

Trotzdem: Philippe Gaydoul ist mutig. Denn weil Frauen immer öfter Hosen tragen, kämpft der Strumpfmarkt seit Jahrzehnten mit sinkenden Umsätzen. Die technische Revolution hat zudem strapazierfähigere Strümpfe ermöglicht - zum Nachteil der Strumpfbranche. Und die gegenwärtige Zurückhaltung beim Konsum trifft insbesondere den Bekleidungssektor im Luxusgüterbereich. Fogal ist als Luxusmarke im Premiumsegment positioniert. Das hat auch Fogal-Konkurrentin Wolford gespürt, die dieses Jahr einen Umsatz- und Ergebnisrückgang verzeichnete. Wie es um Fogal steht, ist unklar, denn Fogal-Eigentümer Balthasar Meier lässt sich nicht gerne in die Bücher blicken. Laut Käufer Gaydoul beträgt der Fogal-Umsatz 20 Mio Fr.

Bereits 1923 wurde das erste Strumpfgeschäft von Fogal in Zürich gegründet. 1969 hatte der Banker Walter Meier die sechs Fogal-Läden, die er kurz zuvor erworben hatte, seinem damals 21-jährigen Sohn Balthasar übergeben; dieser ist Bruder von Allround-Künstler Dieter Meier. Geplant war, dass Balthasar Meier diesen Job drei Monate ausüben soll, doch es wurden 40 Jahre.

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Gaydoul will neue Fogal-Filialen

Meier hat Fogal zu einer Weltmarke gemacht. Er hat die erste Auslandfiliale in New York eröffnet. Heute bietet Fogal nicht nur Strümpfe an, obwohl Strumpfwaren 58% zum Umsatz beisteuern, sondern auch Tops, Lingerie und Socken. Dabei wird die Luxusmarke in 22 Ländern verkauft. 23 Läden sind im Besitz des Unternehmens. 1995 hatte Fogal laut GfK Switzerland noch 29 Shops allein in der Schweiz geführt.

Rund ein Drittel seiner Luxusprodukte verkauft Fogal heute in der Schweiz, 15% in den USA, 11% in Japan, 10% in Deutschland, 9% in Frankreich und 7% in England.

Gaydoul hat mit Fogal einiges vor. So will er im In- und Ausland neue Filialen eröffnen und die bestehenden Läden designmässig erneuern. Zudem will er den Kollektionsrhytmus erhöhen.