Nach den im vergangenen Monat gescheiterten Verhandlungen mit Vodafone streckt der US-Kabelriese Liberty Global nun seine Fühler nach der Karibik und Lateinamerika aus. Es würden Gespräche mit der britischen Cable & Wireless Communication über eine Übernahme geführt, bestätigten beide Unternehmen einen entsprechenden Pressebericht. Es aber nicht sicher, ob ein Angebot tatsächlich erfolge.

Ende September hatten Liberty und der britische Telekomkonzern Vodafone Gespräche über den Tausch von Geschäftsteilen abgebrochen. Insidern zufolge soll eine ganze Reihe von möglichen Transaktionen diskutiert worden sein, der Tausch von Unternehmensteilen, aber auch die Zusammenlegung des Europa-Geschäfts. Gerüchte, dass es auch um eine Fusion beider Konzerne gehe, hatte Vodafone dementiert.

Bereits beteiligt

Liberty Global ist seit dem Kauf seines Kabel-TV- und Internetanbieters Columbus International im vergangenen Jahr durch Cable & Wireless an den Briten beteiligt. Dem «Wall Street Journal» zufolge wird das Unternehmen in den Verhandlungen mit mehr als fünf Milliarden US-Dollar bewertet. Eine Einigung könne Anfang November erzielt werden.

Britischem Recht zufolge muss Liberty nun bis zum 19. November entweder ein bindendes Übernahmeangebot vorlegen oder das Vorhaben abblasen. Allerdings kann die Frist auf Antrag verlängert werden. Cable & Wireless beendeten den Handel in London knapp 21 Prozent höher. Liberty Global verloren zuletzt in New York mehr als 1 Prozent.

(awp/chb)