1. Home
  2. Unternehmen
  3. UPC schiebt Kunden in teurere Abonnements

Telecom
UPC schiebt Kunden in teurere Abonnements

UPC Cablecom schiebt Kunden in teurere Abonnements
Shop von UPC Cablecom in Zürich: Migration von Kunden-Abos. UPC

Kunden mit alten oder sehr günstigen Abonnements bekommen dieser Tage Post von UPC Cablecom. Die gute Nachricht: Sie erhalten künftig mehr für ihr Geld. Die schlechte: Die Preise steigen.

Von Michael Heim
2016-03-02

Mit dem Argument, die Leistung zu erhöhen, hebt der Kabelnetzbetreiber UPC Cablecom bei zahlreichen Kunden die Preise an. Das zeigen interne Unterlagen über eine bisher nicht kommunizierte Marketing-Aktion. Angepasst werden etwa die Downloadgeschwindigkeiten von Internet-Abonnements oder die Empfangsgeräte bei Fernsehabonnements. In der Regel bezahlen Kunden, die sich nicht gegen das automatische Upgrade wehren, anschliessend 4 Franken mehr pro Monat.

Seit Mitte Februar läuft ein Test mit ersten Kunden, die in Briefen über eine Anpassung ihrer Abonnements informiert wurden. Anschliessend folgt laut Plan eine weitere «Welle» mit Migrationen.

UPC nennt «technische Gründe»

Auf Anfrage argumentiert UPC-Sprecher Bernard Strapp mit technischen Gründen. Man wolle sicherstellen, dass die Kunden alle technologischen Möglichkeiten nutzen können. Ersetzt werden sollen unter anderem Set-Top-Boxen aus dem Vor-Horizon-Zeitalter. Weil mit den neuen Geräten mehr Leistung verfügbar sei, passe man auch die Preise an, so Strapp.

UPC Cablecom migriert auch Kunden, bei denen es keine technischen Gründe gibt. Gemäss den internen Unterlagen sollen etwa Kunden mit einem 40-Megabit-Internet-Abo neu 100 Megabit erhalten. Ein 40-Megabit-Abo gibt es aber weiterhin, denn Kunden mit einem 20-Megabit-Abo sollen neu mit 40 Megabit surfen können. Jeweils für 4 Franken mehr pro Monat. UPC Cablecom versucht so zu erreichen, dass sie trotz theoretischen Preissenkungen mehr Umsatz generiert.

Wer betroffen ist, kann aussteigen

Wie viele Kunden insgesamt betroffen sind und welche Geräte ausser Betrieb genommen werden sollen, sagt UPC-Sprecher Strapp nicht. Alle Kunden würden persönlich informiert und könnten auch auf andere Produkte umsteigen, sagt er. Auch der Wechsel zur Konkurrenz ist ohne Kündigungsfrist möglich, wie aus den Kundenbriefen ersichtlich ist. 

Anzeige