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Rüstungs-Affäre
Urs Breitmeier nimmt Stellung: «Wir haben klare Regeln»

Urs Breitmeier

Urs Breitmeier: «Wir wissen nicht, was alles konfisziert wurde.»

Quelle: Keystone

Ruag-Chef Urs Breitmeier äussert sich zu den Vorfällen in seinem Konzern - und verweist auf einen Verhaltenskodex.

Von Bernhard Fischer
am 23.03.2018

Herr Breitmeier, gehen Sie von einem Einzeltäter aus oder wird gegen weitere Mitarbeiter ermittelt?
So wie wir das heute beurteilen, und so wie wir den Fall angegangen sind, handelt es sich um einen Einzeltäter. Wir haben Strafanzeige bei der Bundesanwaltschaft gegen eine Einzelperson eingereicht. Der ganze Fall ist aus einem Whistleblower-Fall entstanden.

Was für Unterlagen und Daten hat die Bundesanwaltschaft beschlagnahmt?
Wir wissen nicht, was alles konfisziert wurde.

Werden Sie aus dem vorliegenden Fall persönliche Konsequenzen ziehen?
Die Organe einer Gesellschaft stehen in der Verantwortung. Die Frage ist nur, wie weit diese Verantwortung geht. Wir können nicht hinter jeden Mitarbeiter einen Aufpasser stellen und kontrollieren, was er in seiner Freizeit ausserhalb des Betriebes macht.

Sind die Compliance-Regeln der Ruag zu schwach?
Nein. Wir haben klare Regeln in der Ruag, die jeder Mitarbeiter mit seinem Arbeitsvertrag unterschreiben muss. Alle müssen dem Verhaltenskodex der Ruag Folge leisten.

Also kein Systemfehler?
In unserem Verhaltenkodex ist klar festgehalten, dass Nebenbeschäftigungen eine Genehmigung des Konzerns benötigen. Und sollte jemand den Verhaltenskodex nicht einhalten, dann hat er bei uns keinen Platz. Ich kann nur sagen, innerhalb der Ruag halten wir alle Gesetze ein. Mit Schulungen, Audits und persönlichen Gesprächen versuchen wir, das sicherzustellen. Wenn aber jemand im Versteckten handelt, dann sind wir dem ein Stück weit ausgeliefert. Eines kann ich aber versprechen: Wenn wir etwas herausfinden, wie das in diesem Fall geschehen ist, dann handeln wir.

Verwaltungsratspräsident Peter  Schwald war zur Zeit der mutmasslich illegalen Waffenlieferungen an Russland oberster Kontrollor des Konzerns. Sehen Sie eine Verantwortung des Präsidenten?
Der Präsident hat sein Schreiben an den Bundesrat, dass er für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung steht, vor mehreren Monaten übermittelt. Damals hatten wir noch keine Kenntnis von diesem Fall. Einen Zusammenhang herzustellen zwischen dem Rücktritt von Herrn Schwald und diesem Fall, wäre falsch.

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