Der Verwaltungsratspräsident der Credit Suisse, Urs Rohner, sieht sieht sich und Konzernchef Brady Dougan nicht persönlich in der Schuld für das fehlerhafte Verhalten der CS in den USA. «Persönlich haben wir eine weisse Weste», erklärte er am Dienstagmorgen gegenüber Radio SRF.

Ob das für die ganze Bank gelte, sei eine andere Frage. «Wir hatten interne Regeln, dass wir uns an die Rechtsordnung anderer Staaten halten», erklärte Rohner. Er sei enttäuscht, dass diese Regeln nicht eingehalten worden seien.

USA wollten Kundendaten

Angesprochen auf die Verantwortung der obersten Führung für die Verfehlungen in den USA sagte er: «Wir übernehmen die Verantwortung insoweit, indem wir die Bank durch diese schwierige Phase geführt haben und weiter führen.»

Die USA hätten Kundendaten gewollt, was im Fall der CS aber nicht möglich gewesen sei. Das sei mit ein Grund für die Höhe der Busse von 2,6 Milliarden Dollar.

«Weissgeldstrategie ist der richtige Weg»

Der Verwaltungsratspräsident sagte weiter, er gehe davon aus, dass über die bereits bekannten Fälle keine weiteren CS-Mitarbeiter in den USA angeklagt werden.

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Rohner sprach sich ausserdem nachdrücklich für den automatischen Informationsaustausch (AIA) als Lösung für die Schwarzgeld-Problematik aus. Der AIA und die Weissgeldstrategie seien der richtige Weg. Das sage er schon «seit vielen Jahren», und nicht erst seit den Problemen mit den USA, erklärte er.

(sda/dbe/sim)