Die geplante 43 Milliarden Dollar schwere Übernahme des Schweizer Pflanzenschutz- und Saatgut-Produzenten Syngenta durch ChemChina wird Reuters-Informationen zufolge auch vom US-Landwirtschaftsministerium geprüft. Dieses werde in dem Ausschuss vertreten sein, der für die USA sicherheitsrelevante Aspekte unter die Lupe nimmt, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen am Montag. Ziel ist demnach, die Auswirkungen der Transaktion auf die heimische Lebensmittelsicherheit zu beurteilen.

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Dem bislang grössten Zukauf eines chinesischen Unternehmens im Ausland müssen zahlreiche Kartellbehörden zustimmen. Als letztendlich entscheidend gilt die Haltung des Ausschusses für ausländische Investitionen in den USA (CFIUS). In ihm sind üblicherweise unter anderem die Ministerien für Finanzen, Heimatschutz und Verteidigung vertreten. Das Landwirtschaftsministerium gehört sonst nicht dazu.

Viertel der Einnahmen in den USA

Syngenta hat mehrere Standorte in den USA. Der Konzern erwirtschaftet fast ein Viertel seines Umsatzes in Nordamerika. Dort ist er der grösste Anbieter von Pestiziden und auch ein wichtiges Unternehmen im Saatgut-Markt.

Das US-Landwirtschaftsministerium, CFIUS und Syngenta lehnten Stellungnahmen ab. Von ChemChina war zunächst keine zu erhalten.

Syngenta-Chef John Ramsay sagte vor einigen Wochen der Nachrichtenagentur Reuters, die Gespräche mit den Behörden auch in den USA seien auf Kurs. Die Übernahme durch den chinesischen Chemieriesen soll bis Jahresende über die Bühne gehen.

Erste Verlängrung der Angebotsfrist

Beim Übernahmeangebot ist die Verlängerung der Angebotsfrist festgesetzt worden. Sie beginnt am 24. Mai 2016, dem Tag nach Ende der anfänglichen Angebotsfrist, und endet am 18. Juli um 16 Uhr, wie ChemChina am Dienstag mitteilt. Allenfalls weitere Verlängerungsfristen seien noch zu bestimmen.

ChemChina hatte im März das offizielle Kaufangebot für Syngenta vorgelegt und bietet 465 US-Dollar in bar je Syngenta-Namenaktie mit einem Nennwert von 0,10 Franken zuzüglich einer Dividende von 16 Franken pro Anteilschein.

(reuters/me/chb)