Finanz-Staatssekretär Michael Ambühl hat elf Schweizer Banken laut einem Bericht der «Sonntagszeitung» ein Angebot aus den USA überbracht: Gemäss dem Unterhändler im Steuerstreit seien die Vereinigten Staaten demnach bereit, auf Anklagen gegen die Institute zu verzichten.

«Im Gegenzug müssen die Banken erleichterte Rechtshilfegesuche aus Washington akzeptieren und damit alle Informationen ihres US-Offshoregeschäfts via Bern an die USA liefern», schreibt die Zeitung.

Die Namen der US-Kunden würden geschwärzt, dafür müssten die Institute die Namen ihrer Offshorebanker offenlegen - allerdings unter der Auflage, dass die USA keine individuellen Strafverfahren anstrengten.

Zusätzlich sollen die Banken dem Bericht zufolge eine Busse in unbekannter Höhe zahlen. Die Zeitung zitiert einen New Yorker Anwalt mit Beziehungen ins US-Justizministerium, der von insgesamt 3 Milliarden Dollar für alle elf Banken ausgeht.

CS, BK und HSBC zuerst gefordert

Bis kommenden Dienstag müssten die Banken laut «Sonntagszeitung» schriftlich ihr Einverständnis erklären.

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Betroffen sind demach die Credit Suisse (CS), Julius Bär, Wegelin, die Zürcher Kantonalbank (ZKB), die Basler Kantonalbank (BKB), die Neue Zürcher Bank (NZB) in Liquidation sowie die Schweizer Ableger von HSBC, der Liechtensteinischen Landesbank (LLB) und den drei israelischen Banken Leumi, Hapoalim und Mizrahi.

Den Anfang machen sollen offenbar CS, BKB und HSBC, indem sie bis zum 31. Dezember Daten liefern.

Unter Berufung auf Ambühl schreibt die Zeitung, die USA würden alle elf Institute als strafrechtliche Ziele ansehen. Sollten sie die Offerte ablehnen, würde die erste Bank innert weniger Wochen angeklagt, so der New Yorker Anwalt. Dies ist dem Blatt zufolge jedoch unwahrscheinlich: Den Banken scheine weiterer Widerstand zwecklos, heisst es unter Berufung auf einen Involvierten.

(tno/vst)